100 Jahre Oktoberrevolution

100 Jahre Oktoberrevolution

Mit einem Kanonenschuss des Panzerkreuzer „Aurora“ vor 100. Jahren am 7. November 1917 (25. Oktober nach dem Julianischen Kalender) stürmten Rotgardisten das Winterpalais in Petrograd und verhafteten die Provisorische Regierung. Dieses historische Ereignis ging als Oktoberrevolution in die Geschichtsbücher ein und war damit ein Startsignal einer neuen Menschheitsepoche.

Das Ende des Ersten Weltkrieges wurde mit der Oktoberrevolution eingeleitet und die bolschewistische Parole „Land, Brot und Frieden“ ergriff die Massen und zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit nahmen die Menschen ihr eigenes Los in die Hände.
Die Oktoberrevolution führte zu zivilisatorischen Umwälzungen. Soziale Absicherung, Gleichstellung der Geschlechter, Volksbildung oder die Zerschlagung des Faschismus waren nur einige Leistungen des jungen Staates.

Der Sozialismus wurde nun von einem theoretischen Gebilde in die Praxis und das Leben vieler Menschen übersetzt. Dabei stellte sich heraus, dass viele abstrakte marxistische Diskussionen an den realen Bedürfnissen vorbeigingen und die kommunistische Idee an den Lebensverhältnissen sich entwickeln musste, denn statt nur darüber zu reden waren nun die KommunistInnen konkret an der Umgestaltung der Welt beteiligt. Dieser Versuch machte deutlich, dass wer die Welt verändern will, muss sich gut organisieren, viele Menschen erreichen und dann die Machtfrage stellen. Wer die Macht nicht aus den Händen geben will, muss die alte Macht und seine Organe (Armee, Polizei, Regierungsapparat und Verwaltung) zerschlagen und neue Strukturen und eigene Organe schaffen.

Wirkliche Veränderungen werden nicht mit Regierungsbeteiligungen erkämpft, sondern durch radikale Umgestaltungen der Gesellschaft. So hat die Straße schon damals gezeigt, dass die bürgerliche Demokratie ein Schauspiel und die denkbar beste Hülle des Kapitalismus ist und daher für unsere Interessen nicht besonders geeignet ist. Linke Politik kann also damals wie heute nur gestützt auf Klassenmobilisierung und Gegenmacht erfolgreich sein, wenn sie mehr sein will als Teilhabe an bürgerlicher Herrschaft. Wir müssen schon heute den langfristigen Kampf um die Schaffung von politischer, gewerkschaftlicher und kultureller Gegenmacht aufnehmen und immer weiter versuchen in weite Teile unserer Klasse zu wirken. Lernen wir aus unseren Fehlern und wagen wir neue Angriffe auf die Eigentumsverhältnisse! Auf zu neuen Revolutionen!

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