Unser Redebeitrag zur Zeitarbeit (1.Mai)

zeitarbeit

…diese Rede sollte am 1. Mai gehalten werden, aber wegen den Bullenangriffen war uns dies nicht möglich,
deshalb veröffentlichen wir sie hier…

Wenn ich im Branchenbuch der Stadt Hamburg den Begriff Zeitarbeit suche, wisst ihr wie viele Einträge es gibt? 171! Allein in der Stadt Hamburg sind 171 Zeitarbeitsfirmen eingetragen. Firmen, die nicht mit verschiedensten produzierten Waren handeln, sondern lediglich mit einer Ware! Der Ware Arbeitskraft!
Das mag auf den ersten Blick abstrakt wirken, doch die Situation der Betroffenen ist alles andere als abstrakt, sie ist erschreckend real. Arbeiterinnen und Arbeiter werden vom Arbeitsamt genötigt fast jeden Job anzunehmen, der Ihnen angeboten wird. Vollkommen gleich, wie hart die Arbeitsbedingungen durch Akkord- und Schichtarbeit sind und vollkommen gleich wie erbärmlich sie dafür entlohnt werden. Das Arbeitsamt hat sich somit zum Mittäter gemacht, da es auch weiterhin massenhaft Arbeiterinnen und Arbeiter an Zeitarbeitsfirmen vermittelt und nachdem sie dort nichtmehr gebraucht werden wieder in Hartz4 abschiebt. Ein trauriger Kreislauf der rücksichtslosen Verwertung von Arbeitskraft und damit Menschenleben.

Die Profiteure dieses Systems sitzen in den Chef-Etagen großer Unternehmen. Ihnen genügt ein Anruf bei den verbrecherischen Ausbeutern der Zeitarbeitsfirmen um neue Arbeitskräfte zu bestellen und genauso ein Anruf um sie wieder vor die Tür zu setzen.

Für die Arbeiterinnen und Arbeiter bedeutet dies, teilweise täglich ihren Arbeitsplatz zu wechseln. Sie haben keinen festen Kreis an Kollegen, der solidarisch zusammensteht. Sie haben keinerlei finanzielle Sicherheit im Leben. Sie sind dem Unternehmen in dem sie gerade arbeiten schutzlos ausgeliefert und aufgrund der permanenten Jobangst trauen sich die allermeisten nicht gegen die miserablen Arbeitsbedingungen aufzustehen.

Die Ausbeuter nutzen diese Taktik auch um die Arbeiterklasse weiter zu spalten, es soll ein Konkurrenz-Gefühl zwischen Stammbelegschaft und Zeitarbeitern geschaffen werden. Die einen haben Angst selber in die Zeitarbeit zu rutschen, bei den anderen wächst die Wut darüber, dass sie für die gleiche Arbeit meistens wesentlich weniger verdienen. Es ist das uralte Prinzip „Teile und Herrsche“, dem wir entschlossen entgegentreten und unseren Ruf: „Solidarität!“ entgegenschreien.

Die Ausbeutung der Arbeiter durch die herrschende Klasse ist so alt wie der Kapitalismus selbst. Das System der Zeitarbeit ist aber wiedereinmal eine neue Qualität der Ausbeutung. Und wiedereinmal haben die Verräter der SPD und der rechten Gerwerkschaftsfunktionäre maßgeblich ihre Finger im Spiel. Seit über 100 Jahren vergeht kaum ein Jahr ohne einen neuerlichen Verrat der Sozialdemokratie an der Arbeiterklasse.

Aus diesem Grund sagen wir nicht nur allgemein dem perversen System der Leiharbeit, oder dem Kapitalismus allgemein den Kampf an.
Jedes System hat Köpfe die es trägt und am Leben hält.

Wir wissen wer diese Köpfe sind!
Wir wissen wo eure Parteizentralen sind!
Wir wissen wo eure Ausbeuterbetriebe sind!

Und wir wissen wo ihr wohnt! Fühlt euch nicht zu sicher in euren Limosinen mit getönten Scheiben und hinter der Mauern euer Villen und in euren Luxus-Appartments.

Ihr sitzt vor eurem großen Monopoly-Brett und denkt ihr seid die Könige der Welt, aber eure Ordnung ist auf Sand gebaut!
Quält und gängelt uns ruhig weiter, es steigert nur unsere Entschlossenheit.
Eure Macht zerfällt, wenn die Arbeiterinnen und Arbeiter und alle Ausgebeuteten in diesem Land zusammen stehen.

Einen Finger kann man brechen, aber 5 Finger, sind ’ne Faust!