Aufruf: Staat und Nazis Hand in Hand – organisiert den Widerstand!

Freitag, 05.04.2019, 19 Uhr // Heraus zur Antifaschistischen Vorabenddemo // Hasselbachplatz MD
Samstag, 06.04.2019 // Den Fackelmarsch der Faschisten versauen // MD


Für den 06.04.2019 rufen die Faschisten der selbst ernannten „Bürgerinitiative Magdeburg“ zu einem erneuten Fackelmarsch auf. Bereits im vergangenem November, einem Tag nach dem Jahrestag der Pogrome, zog solch ein Mob mit Fackeln von den Versammlungsbehörden geschützt durch die Innenstadt. Sie geben vor für eine sichere Innenstadt demonstrieren zu wollen, jedoch werden sie pöbelnd mit menschenverachtenden Parolen durch die Straßen ziehen. Dieser erneuten Anmaßung und Provokation werden wir mit unserem Widerstand entgegentreten. Wir rufen alle zu direkten Aktionen gegen die Faschisten auf und werden einen Tag zuvor eine Vorabenddemonstration durchführen. Die Notwendigkeit den Antifaschistischen Kampf offensiv, vielfältig zu führen und gegen Unterdrückung zu kämpfen werden wir dabei kraftvoll zum Ausdruck bringen.
Faschismus tötet, damals wie heute!

Die Faschisierung des bürgerlichen Staates rückt immer weiter voran. Während die Festung Europa weiter gestärkt wurde, reaktionäre Parteien flächendeckend Wahlerfolge einfuhren, häufen sich auch die Angriffe der Faschisten auf den Straßen. Dabei war zynischer weise insbesondere der Hasselbachplatz Schauplatz von Faschostress. Erst kürzlich gab es dort mehrere Übergriffe. Am 18.02.2019 wurde eine von einer geflüchteten Familie bewohnte Wohnung und ihr Auto in Magdeburg Reform mit einem Brandsatz angegriffen. Nur mit Glück kam dabei niemand ums Leben. Somit wurden die Angriffe der Nazis auf ihre politischen Gegner in letzter Zeit massiver.
In Burg versuchten in der letzten Zeit auch wieder Faschos sich auszubreiten und in der Öffentlichkeit zu zeigen. Insbesondere an den Wochenenden zogen sie wieder in Grüppchen, mit Quarzhandschuhen, Schlagstöcker und Crystal Meth bewaffnet durch die Straßen. Erfreulicherweise konnten örtliche Antifas bereits intervenieren und den Selbstschutz stärken.
Regional haben wir es wieder mit gewachsenen Nazistrukturen zu tun. Rechte, 3.Weg, AfD, AdP, JA, JN, NPD, D39, IB und wie sie nicht alle heißen – schleichen nahezu überall herum und wollen Boden gutmachen. Daneben existieren zur Zeit mindestens 15 Nazibands und 10 Versände in Sachsen-Anhalt die mit dem Menschenhass Geschäfte machen. Unterstützer scheinen sie genug zu haben. Sei es nun vom Verfassungsschutz, dubiosen Männerbünden und Unternehmen. Die Inhaber der Halber85, einer Location in Sudenburg haben sich immer wieder zu Geschäftspartnern der Faschos gemacht, indem sie ihre Räume für Parteitage und Kongresse zur Verfügung stellen. Solche Unterstützer sollte man ebenso verstärkter ins Visier nehmen.
Diese Entwicklung bleibt nicht unbeantwortet. Dies machen auch die antifaschistischen Aktionen auf verschiedenen Ebenen aus der letzten Zeit deutlich. Vom Kantholz, über die Blockaden ihrer Aufmärsche bis hin zu Interventionen an ihren Wohn- und Rückzugsorten bis in die Provinz– vielfältig sollten wir Ihnen die Grenzen aufzeigen.

Klassenkampf statt Vaterland!
Bei den Bossen und Kapitalisten knallen hingegen die Sektkorken beim Blick auf ihre horrenden Gewinne. Während dessen werden die logischen Konsequenzen eines kapitalistischen Normalbetriebs und globaler Kriegstreiberei in ein angebliches “Asyl-Chaos” projiziert. Die Ursachen für die Entwicklungen der letzten Jahre haben eine Systematik, welche wir schon aus den 90er Jahren aus der BRD kennen. Damals wie heute sollen kapitalistische Krisenerscheinungen auf dem Rücken von geflüchteten Menschen ausgetragen werden. Die Ergebnisse: Hetze, weitere Abschaffung des Asylrechts, restriktivere und repressive rassistische Sondergesetze, Knast, Lager, Abschiebeindustrie, „Rückführungen“ in Kriegsgebiete, verschärfte Residenzpflicht, Sachleistungen etc..
Die Lebensbedingungen vieler Menschen spitzen sich hingegen im Allgemeinen weiter zu. Teure Mieten, Sozialabbau, miese Jobs und Lohndumping, mickrige Rente, HartzIV, schlechte Pflege, Bildung nur für die es sich leisten können, Umweltzerstörung etc. – das sind Themen die möglichst unter dem Deckel gehalten werden sollen. Gleichzeitig wird der Überwachungsstaat ausgebaut und Repressionswerkzeuge geschärft, um für kommende Aufstände gewappnet zu sein. Die letzten Rechte und erkämpfte Errungenschaften der Unterdrückten wollen von reaktionären Hardlinern und Faschisten weiter abgeschafft werden.

Die Spaltung der Menschen muss überwunden werden, um die weltweite Krisen- und Kriegspolitik abzuschaffen sowie eine solidarische und klassenlose Gesellschaft zu erkämpfen. Da aktive Solidarität und Klassenautonomie die Herrschaftsverhältnisse umstürzen, gibt es ein großes Interesse daran, die Spaltung und gegenseitige Abwertung von Menschen ständig zu reproduzieren. Parallel werden Faschisten tatkräftig unter die Arme gegriffen, sei es nun bei der Durchführung ihrer Aufmärsche und Großkonzerte bis hin zur Bewaffnung. Es gibt deutliche Verbindungslinien der Geheimdienste zu den erstarkenden Nazibanden. NSU, Hogesa, Wehrsportgruppen, faschistische Soldatennetzwerke, alle Beispiele zu nennen sprengt den Rahmen. Erst kürzlich ist das so genannte Hannibal- Netzwerk aufgeflogen. Richter, Bullen und andere “Eliten“ gründeten ein paramilitärisches Sammelbecken, welche sich im Sinne der Vaterlandverteidigung bewaffnete. Das erinnert stark an das NATO- Netzwerk Gladio und die Strategie der Spannung.

Fakt ist: Auf den bürgerlichen Staat, seinen Behörden und Parteien können wir uns nicht verlassen. Den antifaschistischen Selbstschutz sowie den Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung müssen wir selbst in unsere Hände nehmen. Selbstorganisiert, mutig und entschlossen, jede/r nach seinen Möglichkeiten. Dabei dürfen wir das Erstarken der Nazibanden nicht als Phänomen betrachten. Ein System was auf Herrschaft und Ausbeutung beruht, wird immer wieder solche Unterdrückungsmechanismen reproduzieren. Darum sollten wir den Kampf für ein besseres Leben aller Menschen mit dem Widerstand gegen die Nazis verbinden. Die beste Antifapolitik ist es den Klassenkampf von unten zu führen! Lasst uns gemeinsam den Nazis ihren Fackelmarsch versauen und kommt zahlreich zur antifaschistischen Vorabenddemo!

In diesem Sinne:
Antifaselbstschutz organisieren – Nazis vertreiben!
Zusammen kämpfen gegen Ausbeutung und Unterdrückung!
Jugend in die Offensive, zusammen kämpfen, Roter Aufbau Burg
März 2019

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