{"id":248,"date":"2015-07-23T15:18:11","date_gmt":"2015-07-23T13:18:11","guid":{"rendered":"http:\/\/roter-aufbau.de\/?p=248"},"modified":"2020-02-11T15:20:09","modified_gmt":"2020-02-11T14:20:09","slug":"feuer-und-flamme-gegen-olympia-2024","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/roter-aufbau.de\/?p=248","title":{"rendered":"Feuer und Flamme gegen Olympia 2024!"},"content":{"rendered":"\n<p>Feuer und Flamme gegen Olympia 2024!<br>\nDie Stadt Hamburg m\u00f6chte 2024 die Olympischen Spiele hier in unserer Stadt austragen. So m\u00f6chte man sich in der internationalen Konkurrenz zwischen den verschiedenen Metropolen weiter nach vorne bringen. Profitieren werden davon blo\u00df einige wenige, w\u00e4hrend dieses aufgeblasene Riesenevent f\u00fcr die breite Masse der in Hamburg lebenden Menschen \u00fcberhaupt keine Vorteile bringt. Im Gegenteil: f\u00fcr viele wird das Leben dadurch sogar noch schlechter.<\/p>\n\n\n\n<p>Olympia hei\u00dft: Milliardengrab und Billiglohn<br>\nDie Austragung der Olympischen Spiele wird mehrere Milliarden Euro kosten. In der Geschichte der Olympischen Spiele waren die Spiele dabei ausnahmslos immer wesentlich teurer als geplant. Allein die letzten Olympischen Spiele in London 2012 kosteten statt der kalkulierten 6 Milliarden Euro am Ende etwa 28 Milliarden Euro. Urs\u00e4chlich f\u00fcr diese Steigerung sind dabei vor allem die Kosten f\u00fcr den Neubau von Sportst\u00e4tten und weiteren ben\u00f6tigten Geb\u00e4uden. Dabei hat Hamburg mit der Elbphilharmonie und ihren Baukr\u00e4nen schon jetzt ein Denkmal f\u00fcr Fehlkalkulation und Korruption gesetzt. Dass die kalkulierten 1,38 Milliarden Euro Beteiligung der Stadt an den Baukosten niemals reichen wird, ist schon jetzt ein offenes Geheimnis. Die Milliarden f\u00fcr die Neubauten wie Leichtathletikstadion, Schwimmhalle, olympisches Dorf und Mediendorf werden dabei keinesfalls in den Taschen der Bauarbeiter landen. Gew\u00f6hnlich werden solche Gro\u00dfprojekte gerade durch Billigl\u00f6hne noch profitabler und am Ende haben nur die gro\u00dfen Konzerne ihren Reibach gemacht. Sie k\u00f6nnen die Stadt sogar noch erpressen, denn eine um 7 Jahre verz\u00f6gerte Fertigstellung wie bei der Elbphilharmonie ist bei den Olympiabauten undenkbar. Doch nicht nur die Bauarbeiter sind von besonderer Ausbeutung betroffen. Auch die Hafenarbeiter und Logistiker werden die Folgen von Olympia zu sp\u00fcren bekommen, da Unternehmen aus dem Gebiet des Hafentarifs wegziehen und am Stadtrand nur noch den wesentlich schlechteren Logistiktarif zahlen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Olympia hei\u00dft: Bullenstress und \u00dcberwachung<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Sicherheit bei den Olympischen Spielen zu garantieren wird die Stadt Hamburg ihren \u00dcberwachungs- und Polizeiapparat massiv aufr\u00fcsten. Sogar ein Einsatz der Bundeswehr steht zu bef\u00fcrchten. F\u00fcr die Olympischen Spiele in London 2012 wurden beispielsweise 1,2 Milliarden Euro in den Sicherheitsapparat investiert. Vor dem Hintergrund des Anschlags auf die letzten Olympischen Spiele in Deutschland (1972 in M\u00fcnchen), ist sogar mit noch h\u00f6heren Ausgaben zu rechnen. Bei den Spielen in London waren 23.700 Sicherheitskr\u00e4fte im Einsatz, darunter 7.000 Soldaten inklusive Kriegsschiff und Flugzeuggeschwader. W\u00e4hrend der Spiele wird eine massive Polizeipr\u00e4senz, Sicherheitszonen und massive Kamera\u00fcberwachung den Alltag der Menschen die in Hamburg leben erheblich beeintr\u00e4chtigen. W\u00e4hrend die ganze Welt auf die Spiele in Hamburg schaut werden wir in unserer eigenen Stadt zu Zaung\u00e4sten degradiert. Mehr Kameras, mehr Bullen und komplexere Ausr\u00fcstung werden jedoch nach den Spielen nicht einfach verschwinden. Sie werden uns auch dar\u00fcber hinaus das Leben noch schwerer machen, obwohl wir hier schon genug unter den Bullen als willige Handlanger f\u00fcr Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung leiden, insbesondere diejenigen die von ihren rassistischen Kontrollen betroffen sind. Alles was f\u00fcr Olympia im Bezug auf Sicherheit angeschafft wird, wird auch in Zukunft dem Staat bei der Durchsetzung kapitalistischer Interessen gegen uns zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Olympia hei\u00dft: Kommerzevent statt Bolzpl\u00e4tze<br>\nSport begeistert so gut wie jeden Menschen auf ganz unterschiedliche Weise und wird von so vielen Menschen auch aktiv betreiben. Besonders in den Randgebieten der Stadt fehlt es jedoch an ausreichenden Sportpl\u00e4tzen. Immer mehr Turnhallen stehen den Vereinen nicht mehr zur Verf\u00fcgung weil sie abgenutzt sind oder anderweitig genutzt werden. Viele Sportvereine sind zudem in ihren finanziellen M\u00f6glichkeiten stark eingeschr\u00e4nkt, da die Mitgliedsbeitr\u00e4ge nicht das n\u00f6tige Geld zusammenbringen und man im Gegensatz zu Olympia nicht Coca-Cola oder McDonald\u2019s als Sponsoren hat. Wer also wirklich etwas f\u00fcr den Sport in dieser Stadt tun will, der sollte lieber in Sportpl\u00e4tze, Turnhallen und Sportvereine investieren. Schlie\u00dflich sollte Sport f\u00fcr alle vorhanden und m\u00f6glich sein. Nicht blo\u00df f\u00fcr die hochgez\u00fcchteten Spitzensportler denen wir im Fernsehen zugucken d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roter-aufbau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/O4sport1.jpg\" alt=\"O4sport\" class=\"wp-image-951\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Olympia hei\u00dft: Umweltzerst\u00f6rung und Deichbruchgefahr<br>\nUm Bauland f\u00fcr Olympia zu gewinnen, werden Wasserfl\u00e4chen des Hafens zugesch\u00fcttet und Baufl\u00e4chen flutsicher aufgeh\u00f6ht oder eingepoldert. Dadurch geht Platz verloren, der im Sturmfall mit Wasser gef\u00fcllt werden k\u00f6nnte, um so die Sturmflut abzuschw\u00e4chen. Demnach wird was an Fl\u00e4che der Elbe genommen wird, sp\u00e4ter als H\u00f6he hinzukommen. Dies f\u00fchrt zu einem h\u00f6heren Deichbruch- und \u00dcberflutungsrisiko unter anderem f\u00fcr Veddel und Wilhelmsburg. Die Riesenbaustellen werden die schon jetzt extrem belastete Umwelt am Hafen noch weiter zerst\u00f6ren. Hinzu kommt der ganze L\u00e4rm und der extreme Verkehr. Vor dem Hintergrund, dass die Spiele nur wenige Wochen dauern, wird extrem in die Umwelt eingegriffen ohne wirklich an Nachhaltigkeit zu denken. F\u00fcr die Bonzen hei\u00dft Nachhaltigkeit: millionenteuere Eigentumswohnungen auf den Fl\u00e4chen zu bauen. Wir aber sagen: diese Art der \u00f6konomischen Nachhaltigkeit wollen wir nicht und fordern eine \u00f6kologische Nachhaltigkeit f\u00fcr unsere Stadt und Natur.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/roter-aufbau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/O2-umwelt1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roter-aufbau.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/O2-umwelt1.jpg\" alt=\"O2-umwelt\" class=\"wp-image-953\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Olympia hei\u00dft: Mietsteigerung und Verdr\u00e4ngung<br>\nOlympia wird das Gesicht der Stadt Hamburg f\u00fcr immer ver\u00e4ndern. Viele Gro\u00dfbetriebe im Hamburger Hafen werden f\u00fcr die Sportst\u00e4tten, das Olympische Dorf und andere f\u00fcr Olympia anfallende Neubauten weichen m\u00fcssen. Sie werden zum Gro\u00dfteil in Gebiete ziehen welche aktuell entweder dem Naturschutz dienen oder f\u00fcr den Bau von Wohnraum vorgesehen waren. Allein dadurch werden 850 geplante Wohnungen nicht gebaut werden k\u00f6nnen und durch die Bebauung von Naturfl\u00e4chen wird die Idee von \u201egr\u00fcnen\u201c Spielen endg\u00fcltig zum M\u00e4rchen. Weitere 2000 Wohnungen welche 2019 bezugsfertig sein sollten, entfallen durch den Bau des Mediendorfes f\u00fcr Olympia. Selbst wenn diese Mediengeb\u00e4ude nach den Spielen zu Wohnraum umfunktioniert werden sollten, entsteht hier Wohnraum erst 2030 oder noch sp\u00e4ter. Die schon jetzt angespannte Lage auf dem Hamburger Wohnungsmarkt wird sich also durch Olympia weiter versch\u00e4rfen und die Preise entsprechend steigen. Zudem wird sich auch die Wohnqualit\u00e4t durch Verlagerung der Industrie und des Verkehrs in die Viertel Veddel und Wilhemlsburg sp\u00fcrbar verschlechtern und das schon wenn die ersten Bagger f\u00fcr Olympia anrollen. Das was Olympia an Verbesserungen f\u00fcr die \u00f6ffentliche Infrastruktur an tats\u00e4chlicher Verbesserung bringt, wird blo\u00df im Zentrum stattfinden. F\u00fcr die Randgebiete der Stadt wird es durch Olympia keine neuen U- oder S-Bahnen geben, wozu auch, schlie\u00dflich will man die Touris ja nicht in den Osdorfer Born oder nach Steilshoop chauffieren. F\u00fcr den schon in der N\u00e4he von olympischen Sportst\u00e4tten vorhandenen Wohnraum werden unglaubliche Mieterh\u00f6hungen die Folge sein. So stiegen die Mieten f\u00fcr Wohnungen in der N\u00e4he von olympischen Wettkampfst\u00e4tten bei den Spielen 2012 in London teilweise um fast das 20-fache an. Eine generelle Verdr\u00e4ngung von Menschen aus diesen Bereichen zu Gunsten von Reichen und Touristen ist die logische Konsequenz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Feuer und Flamme gegen Olympia 2024! Die Stadt Hamburg m\u00f6chte 2024 die Olympischen Spiele hier in unserer Stadt austragen. 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