{"id":45,"date":"2015-09-01T15:35:36","date_gmt":"2015-09-01T13:35:36","guid":{"rendered":"http:\/\/roter-aufbau.de\/?page_id=45"},"modified":"2019-10-13T17:35:07","modified_gmt":"2019-10-13T15:35:07","slug":"selbstverstaendnis","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/roter-aufbau.de\/?page_id=45","title":{"rendered":"Selbstverst\u00e4ndnis"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Wir, der Rote Aufbau , haben uns zum Ziel gesetzt, linke revolution\u00e4re Politik einer breiteren Masse zug\u00e4nglich zu machen. Grundlegend ist f\u00fcr uns hierbei, dass nur ein Zusammenspiel von Theorie und Praxis es auf die Dauer erm\u00f6glicht eine starke antikapitalistische Bewegung aufzubauen und am Leben zu erhalten. Eine Politik, welche nur noch innerhalb der eigenen Subkultur praktiziert wird, wie es in weiten Teilen der Linken dieses Landes seit Jahren traurige Realit\u00e4t ist, lehnen wir dementsprechend ab. Unsere Zielgruppe sind Menschen, insbesondere Jugendliche wie wir es sind. Es gilt f\u00fcr uns, Jugendliche in ihren t\u00e4glichen Konfrontationen mit Staat und Kapital zu unterst\u00fctzen und uns gemeinsam gegen das, was Marx vor \u00fcber 150 Jahren als \u201eKapitalismus\u201c bezeichnete, zu organisieren. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/roter-aufbau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/fuer-einen-roten-aufbau.pdf\">als PDF<\/a><a href=\"https:\/\/roter-aufbau.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/fuer-einen-roten-aufbau.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>F\u00fcr einen roten Aufbau!<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Nach einem l\u00e4ngeren Diskussionsprozess sind wir der Meinung, dass wir  sowohl einen Schlussstrich als auch einen neuen Anfang brauchen; dabei  beginnt der Kampf jedoch nicht komplett neu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Wir kn\u00fcpfen an unsere Erfolge aus den letzten Jahren an, in denen wir\n viele Menschen zu Aktionen bewegt, der Jugend sozialistische Bildung \nvermittelt und dem einen oder anderen politischen Gegner \nentgegengetreten sind.&nbsp; Nun wird es jedoch Zeit das Projekt \u201eRote Szene \nHamburg\u201c zu beenden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Wir haben neben den Erfolgen aber auch Fehler gemacht. Eine Zeit lang\n drohten wir durch falschen Einfluss in Dogmatismus und Sektenwesen \nabzurutschen. Dabei war unsere Praxis eher identit\u00e4tsstiftend als eine \nPolitik zu entwickeln, die f\u00e4hig war in K\u00e4mpfe bewusst einzugreifen und \nf\u00fcr unsere Klasse Position zu beziehen. Viel mehr hat man sich mit \nseiner absoluten Wahrheit abgeschottet, damit eine eigene Realit\u00e4t nach \ninnen geschaffen und sich in Nebenschaupl\u00e4tzen verloren. Dies f\u00fchrte zu \neinem sektiererischen Verhalten gegen\u00fcber anderer Personen und Gruppen. \nWir wollten raus aus der linken Szene, haben aber unsere eigene \ngeschaffen. Deshalb sehen wir die Notwendigkeit eines neuen \nOrganisationsansatzes, welcher offener f\u00fcr interessierte Menschen ist \nund sie schneller in praktische Arbeit einbinden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Dies ist unmittelbar mit einem neuen sozialen Zentrum verbunden, \nwelches in&nbsp; n\u00e4chster Zeit von uns, zusammen mit anderen GenossInnen, \ner\u00f6ffnet werden soll. Ein Anlaufpunkt f\u00fcr revolution\u00e4re Politik fehlt in\n dieser Stadt, diesen Missstand wollen und m\u00fcssen wir auch mit der \nUmgestaltung unserer Gruppe angehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Uns geht es darum eine reelle Gegenmacht aufzubauen; sei es im \nFu\u00dfballverein, im Stadtteil, im Betrieb oder auf der Stra\u00dfe. Eine \nAlternative zu dem herrschenden System muss sichtbar werden und Menschen\n ansprechen, die noch nicht in der \u201eSzene\u201c aktiv sind. Daf\u00fcr brauchen \nwir verschiedenste kulturelle, politische und sportliche Angebote. Wir \nm\u00fcssen mit unserer Klasse in Kontakt kommen und Vertrauen und \nSolidarit\u00e4t aufbauen. Dieser Ansatz ist mit den aktuellen Strukturen und\n Gruppen in Hamburg nicht m\u00f6glich, aber umso notwendiger. Wir wollen \nunseren Beitrag hierf\u00fcr leisten und formieren uns deshalb neu, dabei \nlassen wir uns von den Erfahrungen der bisherigen K\u00e4mpfe leiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Hervorzuheben ist, dass wir kein abgeschlossenes Weltbild haben, da \nsich alles in st\u00e4ndigem Wandel befindet. Die kommunistische Theorie muss\n hierbei wieder als Philosophie der Praxis verstanden werden, sie ist \neben kein akademischer Diskursgegenstand, sondern die grobe Anleitung \nden Kapitalismus zu st\u00fcrzen und eine klassenlose Gesellschaft \naufzubauen. Hierf\u00fcr m\u00fcssen wir aktuelle Probleme aufgreifen \u2013 mit der \nSprache und der \u00c4sthetik von Heute \u2013 um die Menschen zu erreichen. Nur \nso k\u00f6nnen wir unseren Beitrag zum Aufbau einer wirklichen Bewegung aus \nunserer Klasse heraus leisten, welche im Stande ist den jetzigen Zustand\n aufzuheben. Wir befinden uns in einem Aufbauprozess, so ist der neue \nName \u201eRoter Aufbau Hamburg\u201c (abgek\u00fcrzt Aufbau) auch Programm. Wir \nstellen euch das Selbstverst\u00e4ndnis unserer neuen Gruppe im Folgenden \nvor\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\"><em>\u201eDie Waffe der Kritik kann allerdings die Kritik der Waffen nicht \nersetzen, die materielle Gewalt muss gest\u00fcrzt werden durch materielle \nGewalt, allein auch die Theorie wird zur materiellen Gewalt, sobald sie \ndie Massen ergreift.\u201c<\/em><br>\nKarl Marx<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Vom Dogma zur Philosophie der Praxis<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Der Kapitalismus rast von einer Krise zur n\u00e4chsten und w\u00e4lzt die \nLasten immer mehr auf die Werkt\u00e4tigen ab. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich im \nWeltma\u00dfstab: verschiedene Krisenstaaten werden durch Spardiktate ins \nElend gest\u00fcrzt und die b\u00fcrgerliche Demokratie, z.B. durch die Troika, \nquasi durch Erpressungen abgeschafft. Dies sind keine Ausw\u00fcchse eines \nentarteten Kapitalismus, sondern gerade die Konsequenz der Profitlogik \nim System der Konkurrenz.&nbsp; Normalerweise m\u00fcsste die revolution\u00e4re Linke \nin Deutschland gro\u00dfen Zulauf haben, doch durch eigene Fehler hat sie \nsich an den Rand der Bedeutungslosigkeit man\u00f6vriert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Die verschiedenen kommunistischen Gruppen spielen sich als H\u00fcter der \nwahren Linie auf und degradieren den wissenschaftlichen Sozialismus auf \nPhrasendrescherei und Dogmatismus. Hinzu kommt eine gewaltige Priese \nSektierertum, was sogar die Zusammenarbeit von Kleinstgruppen \nverhindert. So wird vielleicht die gruppeninterne Linie in ihrer \nReinheit gewahrt, doch es entsteht keine wirkliche Bewegung, die im \nStande ist, den jetzigen Zustand aufzuheben.&nbsp; Unsere Aufgabe muss aber \ngerade darin bestehen, diese Bewegung aufzubauen \u2013 jedenfalls wenn wir \nmehr sein wollen als ein nostalgischer RentnerInnenverein oder eine \nStudentInnengruppe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Der Marxismus muss wieder zur Philosophie der Praxis werden, denn die\n Richtigkeit einer politischen Idee kann nur durch die praktische \nAnwendung gepr\u00fcft werden. Demnach gibt es ohne eine wirkliche Bewegung \nauch keine richtige Linie, da sie sonst nur in einem akademischen \nDiskurs stecken bleibt. Uns ist dabei auch klar, dass wir nicht \nirgendwelchen Bewegungen hinterher laufen und von einer Aktion in die \nandere hetzen sollten. Viel mehr bedeutet die Philosophie der Praxis, \ndass wir mit einer revolution\u00e4ren Praxis anfangen m\u00fcssen. Die \ntheoretischen Auseinandersetzungen m\u00fcssen gerade um die konkreten Fragen\n dieser Praxis gef\u00fchrt werden. Wir d\u00fcrfen uns nicht in abstrakten \ntheoretischen Diskussionen verlieren, sondern m\u00fcssen den Menschen \nvermitteln, dass wir es ernst meinen mit unserer Politik.&nbsp; Wir scheuen \nuns nicht unsere H\u00e4nde schmutzig zu machen; Politik ist f\u00fcr uns keine \nidentit\u00e4tsstiftende Freizeitaktivit\u00e4t. Wir m\u00fcssen Verantwortung f\u00fcr die \nVer\u00e4nderung dieser Gesellschaft tragen, dabei wollen und werden wir \nnicht die Rolle der ewigen Opposition mit erhobenem Zeigefinger, \nMoralaposteln und ,,political correctness\u201c einnehmen. Vielmehr m\u00fcssen \nwir eine authentische und vermittelbare Praxis entwickeln, die imstande \nist, eine reale Alternative zu werden. Hier gilt aber immer noch \nKlarheit vor Einheit, fundamentale Grundpositionen d\u00fcrfen und werden wir\n nicht zur Disposition stellen. Diese stellen wir hiermit vor.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>I. Kapitalismus<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Von den Anf\u00e4ngen zum imperialistischen Stadium<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\"><em>\u201eEine Gesellschaftsformation geht nie unter, bevor alle&nbsp;<\/em><em>Produktivkr\u00e4fte\n entwickelt sind, f\u00fcr die sie weit genug ist, und neue h\u00f6here \nProduktionsverh\u00e4ltnisse treten nie an die Stelle, bevor die materiellen \nExistenzbedingungen derselben im Scho\u00df der alten Gesellschaft selbst \nausgebr\u00fctet worden sind.\u201c<br>\n<\/em>Karl Marx<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Der Kapitalismus konnte sich gegen die feudalen Gesellschaften \ndurchsetzen, weil er die Produktion auf neue Art organisierte und so die\n Produktivkr\u00e4fte aufs Neue entwickelte. Diese Umw\u00e4lzungen in der \nProduktion \u00fcbertrugen sich sp\u00e4ter auf alle Bereiche des \ngesellschaftlichen Lebens.&nbsp; Der Kapitalismus war revolution\u00e4r; er \nzerriss den Schleier der Monarchie und setzte eine, auf formale \nGleichheit beruhende, Gesellschaftsordnung ein. Die b\u00fcrgerliche \nDemokratie. Der neu geschaffene b\u00fcrgerliche Staat setzte nun die \nGesamtklasseninteressen der KapitalistInnen, erst gegen die verrottenden\n Adligen und dann gegen die Werkt\u00e4tigen, durch. Dies geschah unter \nanderem durch die b\u00fcrgerlichen Ideale der Freiheit und Gleichheit; der \nb\u00fcrgerliche Staat entwickelte sich zum Klassenstaat der KapitalistInnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">F\u00fcr die Durchsetzung der rechtlichen Gleichheit bedarf es einer \nNation von gleichen Staatsb\u00fcrgerInnen. Der Kapitalismus musste demnach \ndas Organisationsmodell der Nation formen, da er einerseits nicht im \nStande war, eine weltweite Gesellschaft zu organisieren, andererseits im\n Vergleich zum vorherigen Feudalstaat u.a. ein gr\u00f6\u00dferes Staatsgebiet f\u00fcr\n die Wirtschaftsentwicklung brauchte. Die verschiedenen Nationen standen\n in Konkurrenz zueinander, so entwickelte sich ausgepr\u00e4gter \nNationalismus, welcher den Klassenkampf innerhalb der eigenen Nation \nverschleierte. Es sollte vermittelt werden, dass wir und unsere \nAusbeuterInnen ein gemeinsames, spezifisch nationales Interesse h\u00e4tten. \nUns ist aber klar, dass die Grenzen nicht zwischen Nationen sondern \nzwischen oben und unten verlaufen. Auch wenn die ArbeiterInnen in Wahlen\n ihre jeweiligen nationalen VerwalterInnen des \u00dcbels nun selber w\u00e4hlen \ndurften, war dies nur eine eingeschr\u00e4nkt formale Gleichheit. Durch das \nFehlen einer sozialen Gleichheit konnten Wohlhabendere ihre Interessen \nerfolgreicher durchsetzen. Dies spiegelte sich vor allem in der \nArbeitswelt wieder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Die KapitalistInnen, welche Eigent\u00fcmer der Produktionsmittel sind, \neignen sich immer mehr vom gesellschaftlichen Reichtum an, obwohl sie \nnicht direkt an der Produktion beteiligt sind. Sie bezahlen \nArbeiterInnen, damit sie Waren produzieren, die dann auf dem Markt \nverkauft werden sollen. Die menschliche Arbeitskraft kann mehr \nproduzieren, als sie zur ihrer Reproduktion selber braucht, folglich \nproduziert sie einen \u00dcberschuss, den gesellschaftlichen Mehrwert, \nwelchen sich die KapitalistInnen zum gr\u00f6\u00dften Teil aneignen. Die \nProduktion ist gesellschaftlich, weil sie durch die Arbeitsteilung in so\n viele Einzelschritte aufgeteilt ist, dass sie keinem einzelnen Arbeiter\n mehr zuzuordnen ist. Die Fr\u00fcchte dieser gesellschaftlichen Arbeit \neignet sich aber der jeweilige Kapitalist an, weil er durch die \nkapitalistische Rechtsordnung legitimierter Privateigent\u00fcmer der \nProduktionsmittel ist.&nbsp; So gibt es eine Klasse der Werkt\u00e4tigen, die den \nReichtum dieser Gesellschaft produzieren, und die Klasse der \nKapitalistInnen, die sich durch das Privileg des Privateigentums an \nProduktionsmittel den Reichtum dieser Gesellschaft aneignen. Hierbei \nsind unter Klassen nicht nur die Unterteilung der Gesellschaft in die \nGruppe von Eigent\u00fcmer und Eigentumslose von Produktionsmitteln zu \nverstehen. Hinzu kommen auch andere Mechanismen die zu einer \nUnterscheidung beitragen, wie politische Macht, Verf\u00fcgung \u00fcber \nVerwaltungsgewalt, Macht \u00fcber Information und Spezialqualifikation.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Wir m\u00fcssen diesen Klassenwiderspruch immer wieder hervorheben und \nverdeutlichen, dass er unvers\u00f6hnlich ist. Dies nimmt aktuell abartige \nZ\u00fcge an, die reichsten 85 KapitalistInnen besitzen das gleiche Verm\u00f6gen \nwie die arme H\u00e4lfte der Weltbev\u00f6lkerung auf der anderen Seite. Die \nreichsten 1% der Weltbev\u00f6lkerung besitzen genau so viel wie die \nrestlichen 99%. Die Folgen dieser Politik sind etwa eine Milliarde \nhungernde Menschen, und ein alle 10 Sekunden an Hunger sterbendes Kind \nunter f\u00fcnf Jahren. Nicht Naturkatastrophen oder die Begrenztheit von \nLebensmitteln und Rohstoffen f\u00fchren zu dem barbarischen Zustand auf der \nWelt, sondern die kapitalistische Wirtschaftsweise. Aktuell k\u00f6nnte man \nbei dem jetzigen Produktionsstand etwa 13 Milliarden Menschen ern\u00e4hren. \nAber in dieser Gesellschaft z\u00e4hlt nicht, dass du ein Mensch bist und \nhungerst, sondern ob du Geld hast um deine Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen \u2013 \noder eben nicht. Lebensmittel werden sogar vernichtet, damit die Preise \nbei Lebensmittelspekulationen nicht fallen und satte Gewinne garantiert \nsind. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit Kranken; so werden Millionen Menschen \nmedizinisch nicht versorgt, weil Pharmakonzerne ihren Profit sichern \nwollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">In den westlichen Metropolen steigen aber auch immer weiter die \n\u201epsychischen Krankheiten\u201c. Die Konkurrenz innerhalb der Klasse f\u00fchrt zu \nsteigender Ausgrenzung und Mobbing. Der Leistungsterror schafft bei den \nMenschen Angst vor Versagen, dies f\u00fchrt unter anderem zu vermehrten Burn\n Out \u2013 Symptomen oder Depressionen.&nbsp; Ein krankes System bringt vermehrt \nkranke Menschen hervor und gesund ist jemand, sobald er f\u00fcr die \nArbeitswelt funktioniert, auch wenn die Krankheit nicht wirklich genesen\n ist. So wird die Lage der Menschen, die vom Lohn abh\u00e4ngig sind, immer \nbedrohlicher. Wer noch einen regul\u00e4ren Job hat, muss bef\u00fcrchten ihn zu \nverlieren oder mit deutlichen Lohneinbu\u00dfen zurechtkommen. Viele haben \nAngst und gehen aus Furcht vor der K\u00fcndigung sogar krank zu Arbeit. \nViele Belegschaften sind durch ganz unterschiedliche \nBesch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse, Stundenl\u00f6hne und Arbeitsvertr\u00e4ge gespalten. \nVielen d\u00e4mmert erst zu sp\u00e4t, dass die eigenen Probleme meistens auch die\n gleichen Probleme der anderen sind. Viele leben und arbeiten vereinzelt\n und ohne Bezug zu ihren Mitmenschen. Von oben wird weiterhin versucht, \nnoch mehr zwischen \u201eStammbelegschaft\u201c, LeiharbeiterInnen und Aushilfen \nzu spalten oder auch nach Herkunft sowie zwischen Mann und Frau. Auf die\n Verschlechterungen der Arbeitsverh\u00e4ltnisse der einen folgt fr\u00fcher oder \nsp\u00e4ter die Verschlechterung der Arbeitsverh\u00e4ltnisse der anderen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">In betrieblichen K\u00e4mpfen besteht durch unsere Intervention die \nM\u00f6glichkeit, dass die KollegInnen den Klassenwiderspruch zwischen \nLohnarbeit und Kapital als unvers\u00f6hnlich begreifen. Jeder Cent, den wir \nmehr verdienen, wird dem Kapital entrissen; unsere Niederlagen sind ihre\n Siege. In gemeinsamen K\u00e4mpfen lernen die verschieden besch\u00e4ftigten \nArbeiterInnen, dass ihre privaten Probleme meistens gar nicht so \nindividuell sind, sondern unsere Klasse oft die gleiche B\u00fcrde tr\u00e4gt. \nViele Probleme resultieren aus diesem Widerspruch und beherrschen weite \nTeile der Gesellschaft. Wenn jedoch einmal erkannt wurde, dass wir nicht\n freischwebende Individuen sind, sondern eine Klasse, dann k\u00f6nnen wir \nuns auch verteidigen und sogar zum Angriff \u00fcbergehen.&nbsp; Hierbei m\u00fcssen \nwir vor allem auch die Erwerbslosen einbinden. Wer keiner Lohnarbeit \nnachgeht wird als SozialschmarotzerIn gesellschaftlich ausgegrenzt und \nkann durch seine Armut auch an vielen gesellschaftlichen Ereignissen gar\n nicht mehr teilnehmen. Ein normaler Kinobesuch wird zu einem \nunerschwinglichen Luxus und die erwerbslose Freundin zieht sich deshalb \naus dem Freundeskreis zur\u00fcck. Eine Abw\u00e4rtsspirale von Scham, Ausgrenzung\n und sich Aufgeben setzt vielmals ein und erschwert den Wiedereinstieg \nin die Verwertungsmaschinerie. Arbeitslosigkeit ist dabei kein rein \nindividuelles Scheitern, der Kapitalismus braucht einfach viel weniger \nMenschen f\u00fcr seine Produktion. Zudem wird durch Arbeitslosigkeit der \nDruck auf die noch Werkt\u00e4tigen erh\u00f6ht. In gemeinsamen Kampagnen von \n\u201eArbeitslosen\u201c und ArbeiterInnen k\u00f6nnen wir die Logik der Konkurrenz \nuntereinander um einen Job untergraben und aufzeigen, dass unsere \ngesamte Klasse ein Interesse am Umsturz der Verh\u00e4ltnisse hat.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u201eKapitalismus ohne Bankrott ist wie das Christentum ohne H\u00f6lle\u201c&nbsp;<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Nicht nur, dass der kapitalistische Alltag schlimm genug ist, der \nKapitalismus bringt auch zwangsl\u00e4ufig und regelm\u00e4\u00dfig immer wieder Krisen\n hervor. Diese k\u00f6nnen durch das Eingreifen der Politik hinausgez\u00f6gert \naber nicht aufgehoben werden.&nbsp; Das alles bestimmende Gesetz im \nKapitalismus ist die Konkurrenz. Die ArbeiterInnen stehen um den Job in \nKonkurrenz zu einander, aber auch die KapitalistInnen stehen \nuntereinander in Konkurrenz, wer die billigsten Rohstoffe bekommt oder \nwer mehr Waren absetzen kann. Durch die Einf\u00fchrung von neuen Maschinen \noder anderen Erneuerungen versuchen sie sich gegenseitig auszustechen. \nDie Produktion wird im Kapitalismus nicht gesellschaftlich geplant, es \nwird f\u00fcr einen Markt produziert und jeder einzelne Kapitalist hofft \ndarauf, dass er mehr Waren absetzen kann als sein Konkurrent. Dadurch \nwird der Markt regelm\u00e4\u00dfig \u00fcbers\u00e4ttigt, das hei\u00dft es wird mehr produziert\n als gekauft. Dies f\u00fchrt schlie\u00dflich zu \u00dcberproduktionskrisen. Also der \nKapitalismus st\u00fcrzt die Menschheit in die Krise, nicht weil zu wenig \nproduziert wird, sondern gerade weil der Fortschritt erlaubt immer \nschneller immer mehr zu produzieren. So wird der Fortschritt zur einer \nFessel und Menschen hungern, obwohl Essen da ist. Durch den Einsatz \nimmer neuerer und dadurch teurer Maschinen sinkt der Anteil des Profits \nim Verh\u00e4ltnis zum eingesetzten Kapital tendenziell. So werden zwar die \nWaren billiger, aber der Markt ist auch schneller ges\u00e4ttigt und \ninsgesamt sinkt so, trotz auch kleinerer Gegentendenzen, der Profit der \nKapitalistInnen. Die \u00dcberproduktion f\u00fchrt schlie\u00dflich dazu, dass die \nProduktion still steht oder ganze Betriebe Pleite gehen. Es m\u00fcssen \nwieder Werte vernichtet werden, um sie von neuem zu schaffen. Dieser \nZyklus von Produktion und Vernichtung von Werten versch\u00e4rft sich immer \nweiter bis zu einer Weltwirtschaftskrise. Es m\u00fcssen nun noch mehr Werte \nvernichtet werden, dies kann u.a. durch Kriege geschehen oder andere \nreale Vernichtungen von Werten. Dieses Wechselspiel f\u00fchrt aktuell dazu, \ndass der Kapitalismus in einer Verwertungskrise ist, demnach gibt es zu \nviel Geld, welches sich nicht als Kapital investieren l\u00e4sst. So dr\u00e4ngen \ndie KapitalistInnen u.a. durch Privatisierungen in bisher unrentablen \nSektoren und werden immer risikobereiter. Diese Akkumulationskrise f\u00fchrt\n zur Versch\u00e4rfung des Klassenwiderspruches und kann nur durch eine \nweltweite, ungeheure Vernichtung von Werten kurzfristig gel\u00f6st werden; \nhierbei wird weder auf Mensch noch Natur geachtet. In der europ\u00e4ischen \nPeripherie, wie Griechenland, Spanien oder Italien, wird deutlich, dass \ndie KapitalistInnen die Krisenlasten auf die Werkt\u00e4tigen abw\u00e4lzen. Dies \nkann nur durch Abschaffung des Sozialstaats und damit einhergehend die \nBeschr\u00e4nkung der b\u00fcrgerlichen Demokratie bewerkstelligt werden und wird \nihnen aktuell durch die EU verordnet.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u201e\u2026Deutschland ist zu klein f\u00fcr die Welt und zu gro\u00df f\u00fcr Europa\u201c<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Die&nbsp; aktuelle und letzte Epoche des Kapitalismus ist der \nImperialismus. Der Imperialismus zeichnet sich durch das Erschaffen und \nAufrechterhalten von Monopolen aus. Statt der freien Konkurrenz von \neiner Vielzahl an etwa gleichgro\u00dfen Unternehmen dominieren nun einige \nUnternehmen die M\u00e4rkte, die durch Verschmelzung mit dem Finanzkapital \nnoch gr\u00f6\u00dfer geworden sind. Die normalen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten des \nKapitalismus sind dadurch keineswegs au\u00dfer Kraft gesetzt. Ganz im \nGegenteil: Die Widerspr\u00fcche versch\u00e4rfen sich gerade dadurch, dass \nUnternehmen auf einem so hohen Niveau bez\u00fcglich ihres Kapitals \nkonkurrieren, dass kleinere Unternehmen diesem Druck nicht standhalten \nund durch diese \u00dcbermacht geschluckt werden. Entscheidend f\u00fcr den \nImperialismus ist dabei der Export von Kapital in andere L\u00e4nder. Es \nwerden also nicht l\u00e4nger nur Waren ins Ausland exportiert, sondern auch \ndie Produktion der Waren selber wird ins Ausland verlagert. Die Profite,\n die mit diesen im Ausland produzierten Waren erwirtschaftet werden, \nflie\u00dfen jedoch zur\u00fcck in die Ursprungsl\u00e4nder. Das Kapital wird also auch\n dann, wenn es \u00f6konomische Prozesse \u00fcber die ganze Welt verteilt, \nkeineswegs heimatlos. Vielmehr braucht es die enge Verbindung zu den \nStaaten seiner Ursprungsl\u00e4nder nun erst recht, weil nur diese politische\n und milit\u00e4rische Gewalt aus\u00fcben und so die M\u00e4rkte des Kapitals auf \nverschiedensten Wegen verteidigen und ausbauen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Imperialistische Staaten setzen nicht nur das eigene Proletariat mit \neinem Millionenheer an Arbeitslosen unter Druck, sondern halten auch \nganze Kontinente in Unterentwicklung. So sichern sich die herrschenden \nKapitalistInnen billige Ressourcen und Arbeitskr\u00e4fte. Durch \nsubventionierte Billigprodukte zerst\u00f6ren sie die Produktion in der \nsogenannten \u201eDritten Welt\u201c. Dies verst\u00e4rkt sich auch noch dadurch, dass \nFachleute durch bessere Verdienstm\u00f6glichkeiten abgeworben werden. \nStellvertreterkriege zwischen den verschiedenen imperialistischen \nM\u00e4chten \u00fcbers\u00e4en diese Gebiete mit Kriegen und hinterlassen meistens \nnichts als Chaos, in dem das Recht der St\u00e4rkeren gilt und \nmenschenverachtende Arbeitssituationen zum Alltag geh\u00f6ren. Sie wollen \ndie Welt neu ordnen und der Konkurrentin Absatzm\u00e4rkte und \nEinflusssph\u00e4ren abjagen, deshalb werden kriegerische \nAuseinandersetzungen auch stets eine Option ihrer Politik sein. Sie \nschlie\u00dfen kurzfristige Zweckb\u00fcndnisse wie die NATO, wenn ihre aktuellen \nInteressen \u00fcbereinstimmen, doch zeigen die Konflikte der letzten Jahre, \ndass wenn die Interessen sich entzweien, auch die B\u00fcndnisse unwichtiger \nwerden. Der milit\u00e4rische Imperialismus tritt dabei mittlerweile nicht \nmehr so offen profit- und machtfokussiert auf wie zu Beginn des 20. \nJahrhunderts. Mit Begriffen wie \u201eDemokratieexport\u201c, \u201eBefreiung\u201c, \n\u201eFriedenssicherung\u201c, \u201eMenschenrechte\u201c oder \u00e4hnlichen Wortspielen soll \nmilit\u00e4rische Aggression gerechtfertigt und die wahren Interessen \nverschleiert werden. Dabei schrecken sie auch nicht davor zur\u00fcck,&nbsp; \ndemokratische Wahlen in missliebigen Staaten als unrechtm\u00e4\u00dfig \ndarzustellen und das Selbstbestimmungsrecht der V\u00f6lker als Separatismus \nzu diffamieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Imperialismus findet auf verschiedenen Ebenen statt, so kann er sich \n\u201efriedlich\u201c ganze Wirtschaftssparten auf der Suche nach Extraprofit \naneignen und zwingt damit L\u00e4nder durch den Export von Kapital in seine \nAbh\u00e4ngigkeit. Auf diese Weise hat es Deutschland geschafft Europa zu \ndominieren und die EU zunehmend zu einem Werkzeug seiner Interessen zu \nverwandeln.&nbsp; Wir lehnen ein Europa des Kapitals ab, uns ist aber auch \nklar, dass wir diese EU nicht einfach umkrempeln k\u00f6nnen. Die EU mit all \nihren Institutionen geh\u00f6rt abgeschafft!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Die aggressivste Form des Imperialismus bleibt aber der Krieg um \nRohstoffe, Absatzm\u00e4rkte und den Vorteil gegen\u00fcber anderen Staaten. Denn \ndas Motto des Imperialismus ist: \u201eSchaffe dir keinen Konkurrenten, \nsondern schaffe ihn dir vom Hals.\u201c Nach dem Zusammenbruch des real \nexistierenden Sozialismus konnte der Imperialismus wieder weitgehend \nungest\u00f6rt in die Offensive gehen. Die Folge war die Zerschlagung der \nStaaten Jugoslawien, Afghanistan, Irak und Libyen mit hunderttausenden \nToten und ganzen V\u00f6lkern ohne Zukunft und Perspektive. Doch nicht nur \ndurch direkte Angriffe wurden ganze Regionen destabilisiert und \nunglaubliches Leid \u00fcber die Bev\u00f6lkerung gebracht. So werden in manchen \nRegionen dieser Welt islamistische Terrorgruppen wie in Syrien \naufgebaut; anderen Ortes werden faschistische Gruppen wie in der Ukraine\n gef\u00f6rdert, um L\u00e4nder in ein B\u00fcrgerkrieg zu verwickeln, wenn es \nbestimmten imperialistischen Interessen dient. Unsere Solidarit\u00e4t gilt \nalso allen vom Imperialismus unterdr\u00fcckten Menschen und den k\u00e4mpfenden \nBefreiungsbewegungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Um diesen Aggressionen zu begegnen muss jedoch Widerstand organisiert\n werden. Wir lassen uns dabei von Karl Liebknechts Losung leiten: \u201eDer \nHauptfeind steht im eigenen Land.\u201c Das Ziel muss also sein, eine \neffektive Friedensbewegung aufzubauen, die den deutschen Imperialismus \nauch beim Namen nennt und die Heuchler entlarvt, die nur die USA als \nAggressor betrachten. Wir sind jedoch keine PazifistInnen und sagen \ndeshalb entschlossen: \u201eKrieg dem imperialistischen Krieg!\u201c Wir m\u00fcssen \ndie wahren Interessen aller imperialistischen Gro\u00dfm\u00e4chte aufzeigen, die \nKriegstreiber vor Ort aktiv behindern und in die Schranken weisen, denn \ndie Gefahr eines gro\u00dfen Krieges steigt wieder\u2026<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>II. Ideologie und Unterdr\u00fcckung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\"><em>\u201eAber streitet nicht mit uns, indem ihr an euren b\u00fcrgerlichen \nVorstellungen von Freiheit, Bildung, Recht usw. die Abschaffung des \nb\u00fcrgerlichen Eigentums me\u00dft. Eure Ideen selbst sind Erzeugnisse der \nb\u00fcrgerlichen Produktions- und Eigentumsverh\u00e4ltnisse, wie euer Recht nur \nder zum Gesetz erhobene Wille eurer Klasse ist, ein Wille, dessen Inhalt\n gegeben ist in den materiellen Lebensbedingungen eurer Klasse.\u201c<br>\n<\/em>Karl Marx<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Im Kapitalismus haben sich verschiedene Industrien herausgebildet, \ndie Menschen von den realen Verh\u00e4ltnissen ablenken und sie bet\u00e4uben. Die\n Kulturindustrie, aber auch die Medien und die Werbung sind Mittel, um \ndas objektiv notwendige und zugleich falsche Bewusstsein, also \nIdeologie, zu produzieren. In diesem System ist es notwendig, die \nMenschen von den realen Ausbeutungsverh\u00e4ltnissen abzulenken, sonst \nk\u00f6nnten sie sich zusammenrotten und die Verh\u00e4ltnisse gef\u00e4hrden. Genau \nhier m\u00fcssen wir ansetzen und klar stellen, dass du mit dem neusten \nSmartphone nicht gl\u00fccklicher wirst, auch wenn dies die Werbung \nverspricht. Der Kapitalismus schafft eine Matrix, in der wir glauben, \ndass wir durch Kinderschokolade Familienprobleme l\u00f6sen k\u00f6nnten. Dies \ngeschieht nicht unbedingt planm\u00e4\u00dfig von einigen wenigen KapitalistInnen.\n Viel mehr wollen die KapitalistInnen ihre Waren verkaufen und umwerben \nihre Waren mit sozialen Eigenschaften. So entsteht der Eindruck, dass \nGl\u00fcck nur im Privatleben und im Konsum zu finden ist. Der Kapitalismus \nhat ein fundamentales Interesse daran von den realen Konflikten \nabzulenken, damit wir das System nicht hinterfragen und in der \nArbeitswelt funktionieren. Einem Teil der radikalen Linken gen\u00fcgt die \nKritik an der Ideologie, da angeblich durch reine Kritik die \nVerh\u00e4ltnisse zum Wanken gebracht werden k\u00f6nnten. F\u00fcr uns spiegelt dieses\n Verst\u00e4ndnis von Theorie und Praxis nur eine Ohnmacht dar. Reale \nVerh\u00e4ltnisse k\u00f6nnen nicht durch reine Kritik aufgehoben werden, deshalb \nmuss eine klassenbewusste Ideologiekritik auch immer eine politische \nPraxis und Alternative beinhalten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Alle Macht den M\u00e4rkten<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">In verschieden Teilen der linken Bewegung gibt es immer wieder \nfalsche Kritik am Kapitalismus. Manche gehen sogar so weit zu behaupten,\n AusbeuterInnen und Ausgebeutete w\u00e4ren gleicherma\u00dfen Opfer des Systems. \nZwar sind KapitalistInnen ebenfalls den Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten des Systems \nuntergeordnet, auch wenn der einzelne Kapitalist im Kapitalismus \nersetzbar ist, so profitieren sie jedoch klar von ihm. Sie liegen auf \ndem Deck ihrer Megayachten und begie\u00dfen sich mit \u00fcberteuertem \nChampagner; das alles, w\u00e4hrend ein Teil unserer Klasse tagt\u00e4glich ums \n\u00dcberleben k\u00e4mpft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Die kapitalistische Wirtschaftsform zeichnet sich durch die \ndialektische Wechselbeziehung zwischen Tausch und Produktion aus. Auf \ndem Markt herrscht im Moment des Tausches die Freiheit und Gleichheit \nder Rechtssubjekte, dies sind jedoch nur Abstraktionen realer \nVerh\u00e4ltnisse. Doch in der Produktion gibt es keine Gleichheit zwischen \nKapitalistInnen und ArbeiterInnen, sondern klare Macht- und \nHerrschaftsverh\u00e4ltnisse. Wirkliche Freiheit existiert f\u00fcr die \nArbeiterklasse nicht, sie ist gezwungen ihre Arbeitskraft zu verkaufen. \nBesonders Qualifizierte k\u00f6nnen sich vielleicht manchmal ihren Herren \naussuchen, doch in Zeiten von hoher Arbeitslosigkeit ist dies sehr \nbegrenzt. Das kapitalistische System herrscht nicht abstrakt, sondern \ndurch reale Machtverh\u00e4ltnisse, welche von Menschen ausge\u00fcbt werden. \nDiese k\u00f6nnen nur durch reale K\u00e4mpfe zerschlagen werden und nicht durch \nakademische Lesekreise. Das kapitalistische System ist im Ganzen \nabzulehnen, einzelne Symptome und Erscheinungen wie Geld, Zins oder \nFinanzspekulationen sind nicht das Problem. Ohne das \u201eraffende\u201c w\u00fcrde es\n auch kein \u201eschaffendes\u201c Kapital geben. Dieses System ist keine \nVerschw\u00f6rung von einigen besonders \u201eb\u00f6sen\u201c Menschen, es funktioniert \ndurch \u00f6konomische Gesetze. Diejenigen, welche von diesem System \nbesonders profitieren, nutzen es besser aus als die Anderen. Kritik nur \nan einzelnen \u201eb\u00f6sen\u201c KapitalistInnen ist im Endeffekt nur Symptomkritik \nund will das gro\u00dfe \u00dcbel retten, wir wollen jedoch nicht nur die \nFinanzspekulantInnen sondern die gesamte Kapitalistenklasse abschaffen. \nDie konkreten K\u00e4mpfe sind als ein Teil des Kampfes gegen das gesamte \nkapitalistische System zu begreifen und deshalb setzen wir uns f\u00fcr die \nVernetzung dieser ein.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Faschismus und Antifaschismus<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Faschismus ist die autorit\u00e4rste Form der Diktatur des Kapitals. Der \nFaschismus setzt dabei jedoch nicht blo\u00df auf nackte Gewalt, sondern auch\n auf eine Massenbewegung innerhalb der Bev\u00f6lkerung. Diese Massenbewegung\n dient dazu, der Bev\u00f6lkerung die massive Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung, \nwelcher sie unterliegt, als eine Notwendigkeit zum Wohle eines h\u00f6heren \nZieles, der Nation und des Volkes, zu vermitteln. Von diesem \nvermeintlich h\u00f6heren Ziel profitiert dabei jedoch lediglich die \nherrschende Klasse, da das \u201eWohl der Nation\u201c nichts anderes als den \nAusbau und die Verteidigung ihrer Macht und Profite bedeutet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Der Nationalismus ist also einer der Hauptbestandteile der \nfaschistischen Herrschaft. Mit der Schaffung der Nation als wichtigstes \nKollektiv versucht der Faschismus die Klassengegens\u00e4tze auszublenden und\n als unerheblich darzustellen. Hiermit wird er f\u00fcr die besitzende Klasse\n auch so praktisch, da er den zwischen ihr und den Ausgebeuteten \nbestehenden Widerspruch \u00fcbergeht und so Klassenk\u00e4mpfe verhindert. Daher \nist auch f\u00fcr alles, was sich nicht blo\u00df der Nation und ihrer \nvermeintlichen Volksgemeinschaft verpflichtet, wie etwa k\u00e4mpferische \nGewerkschaften als Vertretung der Arbeiterklasse oder unabh\u00e4ngige \nMedien, kein Platz mehr in faschistischen Staaten und sie werden \nentsprechend bek\u00e4mpft und eliminiert. Auch Rassismus nimmt im Faschismus\n eine Schl\u00fcsselrolle ein. Er dient dazu, das nationale Kollektiv zu \nmanifestieren, indem er die eigene Bev\u00f6lkerung als genetisch \u00fcberlegen \npropagiert und andere V\u00f6lker als minderwertig darstellt. Dieser \nRassismus dient zum einem dazu, die Unzufriedenheit und Wut in der \nBev\u00f6lkerung von der herrschenden Klasse auf S\u00fcndenb\u00f6cke wie etwa \nreligi\u00f6se oder ethnische Minderheiten zu lenken. Er ist aber auch \ngleichzeitig der erste Schritt zur Kriegsvorbereitung, denn mit dem \nFaschismus steigt die Kriegsgefahr massiv an. Zum einen braucht der \nFaschismus die Konfrontation nach au\u00dfen, um den Widerspruch zwischen \nAusbeuterInnen und Ausgebeuteten innerhalb seiner Volksgemeinschaft, mit\n Blick auf den \u00e4u\u00dferen, gemeinsamen Feind, weiter verschleiern zu \nk\u00f6nnen. Zum anderen dient der Krieg dazu, der Bourgeoisie durch die \nBesetzung anderer L\u00e4nder weitere M\u00f6glichkeiten zur Profitsteigerung, wie\n etwa den Zugriff auf Rohstoffe, Arbeitskr\u00e4fte und M\u00e4rkte zu \nerm\u00f6glichen. Um auch den Teil der Bev\u00f6lkerung, der von so einem Krieg \nnicht profitiert \u2013 sein Leben f\u00fcr ihn aufs Spiel setzt und dabei die \nabsolute Mehrheit der Bev\u00f6lkerung ist \u2013 f\u00fcr einen solchen Krieg \nbegeistern zu k\u00f6nnen, braucht es eine stark ausgepr\u00e4gte rassistische \nIdeologie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">In seiner Propaganda greift der Faschismus in dem Stadium einer \nBewegung dabei oft auch auf vermeintliche linke oder sozialistische \nForderungen und Parolen zur\u00fcck. Dabei handelt es sich in erster Linie um\n demagogische Spielchen, um auch in der Klasse der Ausgebeuteten und \nUnterdr\u00fcckten Zuspruch zu erhalten. Selbst wenn einige Teile der \nfaschistischen Bewegung ernsthaft diesen Forderungen anh\u00e4ngt, so zeigt \nder Faschismus sp\u00e4testens ab dem Punkt der Macht\u00fcbernahme, wem er sich \ntats\u00e4chlich verpflichtet f\u00fchlt und beginnt, die Interessen des Kapitals \nnoch r\u00fccksichtsloser gegen alle anderen durchzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Das Kapital bedient sich gerade dann des Faschismus oder \nfaschistischer Elemente, wenn es seine Macht in Gefahr sieht. Die Gefahr\n des Faschismus ist daher immer pr\u00e4sent im Kapitalismus, insbesondere in\n Krisenzeiten. Der konsequente Kampf gegen den Faschismus ist ein \nwesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Wo und wie auch immer die \nFaschistInnen auftreten, gilt es sie mit allen Mitteln zu bek\u00e4mpfen. \nIhnen darf kein Raum f\u00fcr ihre Propaganda und Angriffe auf diejenigen, \ndie nicht in ihr Weltbild passen, gegeben werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Der deutsche Faschismus war wohl bisher der aggressivste seiner Art. \nNicht nur, dass er die Welt in den bisher blutigsten Krieg st\u00fcrzte. Auch\n hat er mit seinem Vernichtungsantisemitismus den industrialisierten \nMassenmord an den europ\u00e4ischen J\u00fcdinnen und Juden begangen und somit den\n absoluten Tiefpunkt menschlicher Zivilisation erreicht. Mit nur \nrationalen Argumenten ist er historisch nicht mehr fassbar, denn die \nantisemitische Vernichtungsideologie hat u.a. wichtige Kriegslogistik \nf\u00fcr den Holocaust genutzt, obwohl sie an der Front ben\u00f6tigt wurde. \nB\u00fcrgerliche HistorikerInnen reduzieren Geschichte auf einzelne \nPers\u00f6nlichkeiten wie Adolf Hitler und sein n\u00e4heres Umfeld. Ein \nmaterialistisch-dialektisches Verst\u00e4ndnis der Geschichte aber untersucht\n viel mehr die Klassenk\u00e4mpfe und das Geschehen in seiner Bewegung. So \nkonnte der Faschismus sich nur dadurch durchsetzen, weil die alten, \nkonservativen Eliten und ein wichtiger Teil des Kapitals sich auf seine \nSeite schlugen, um Deutschland vor einer sozialistischen Revolution in \nseiner spezifischen historischen Situation zu \u201eretten\u201c. Der deutsche \nFaschismus wurde vor allem von der Sowjetunion, im B\u00fcndnis mit den \n\u00fcbrigen Alliierten, geschlagen. Ihnen gilt immer noch unser Dank, vor \nallem vor dem Hintergrund der Niederlage der deutschen Arbeiterbewegung.\n Die Henker und Schreibtischt\u00e4terInnen wurden nach dem Faschismus \ngr\u00f6\u00dftenteils nicht zur Rechenschaft gezogen. SA-Mitglieder konnten \nBundespr\u00e4sident werden und ein anderer Faschist wurde \nBundesverfassungsgerichtspr\u00e4sident. W\u00e4hrend ehemalige \nFunktionstr\u00e4gerInnen des NS-Apparates als sog. \u201eExperten\u201c am Aufbau der \nGeheimdienste der Bundesrepublik beteiligt waren und ehemalige \nNazifunktion\u00e4re oder KZ-Wachleute in Deutschland oftmals unbehelligt bis\n zu ihrem nat\u00fcrlichen Tode in Wohlstand leben konnten, traf die \nBetroffenen und Verfolgten des NS-Regimes zumeist das h\u00e4rtere Los. Noch \nheute k\u00e4mpfen von Nazi-Massakern betroffene Gemeinden in S\u00fcdosteuropa um\n Reparationszahlungen, Nachfahren von KZ-\u00dcberlebenden leben in bitterer \nArmut und die KPD, welche als einzige politische Kraft ernsthaft den \nAufstieg des Faschismus bek\u00e4mpft hatte, ist verboten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">In Deutschland ist aktuell die Gefahr eines neuen Faschismus relativ \ngering. Aber wenn NationalistInnen und andere Rechte sich auf die Stra\u00dfe\n trauen, m\u00fcssen wir mit allen Mitteln ihre Propaganda auf der Stra\u00dfe \nstoppen, da diese immer ein direkter Angriff auf die Interessen unserer \nKlasse sind. Aktuell bedarf es hierf\u00fcr jedoch keine Zusammenarbeit mit \nb\u00fcrgerlichen Parteien, welche solchen Protest nur als Wahlwerbung \nverstehen. Viel mehr tragen gerade diese Parteien zu einem Anstieg des \nRassismus bei, indem sie rassistische Gesetze oder Verschlechterungen \nder Lebenssituation von MigrantInnen durchsetzen. Wir begreifen uns als \nrevolution\u00e4re AntifaschistInnen, demnach m\u00fcssen wir als konsequente \nAntifaschistInnen den Kampf gegen den Faschismus als ein Kampf gegen das\n kapitalistische System verstehen; hierbei m\u00fcssen wir auch die \nb\u00fcrgerlichen Kr\u00e4fte entlarven.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u201eIhr k\u00f6nnt keinen Kapitalismus ohne Rassismus haben\u201c&nbsp;<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Der Rassismus geht bei der Betrachtung der Menschen davon aus, dass \nsich die Menschheit in verschiedene \u201eRassen\u201c, welche alle \u00fcber ihre \neigenen genetischen wie historisch gewachsenen Merkmale verf\u00fcgen, \nunterteilen l\u00e4sst. Bei den angeblich historisch gewachsenen Merkmalen \nsind besonders nationale, religi\u00f6se und kulturelle Herkunft von \nentscheidender Bedeutung. Diese Einteilung der Menschen durch den \nRassismus f\u00fchrt dann zu einer Bewertung der verschiedenen \u201eRassen\u201c und \nschafft so die Grundlage f\u00fcr die Herabw\u00fcrdigung anderer, w\u00e4hrend die \neigene Identit\u00e4t als Zugeh\u00f6riger zu einer bestimmten \u201eRasse\u201c gest\u00e4rkt \nwird. F\u00fcr den Kapitalismus ist dieser Umstand \u00e4u\u00dferst n\u00fctzlich. Der \nRassismus als eine Form der vermehrten Konkurrenz innerhalb der \nArbeiterklasse vergr\u00f6\u00dfert dessen Spaltung. Verwertbare Menschen werden \nim Ausland abgeworben, dadurch werden die jeweiligen Herkunftsl\u00e4nder \nindirekt in Unterentwicklung gehalten, auf der anderen Seite wird dann \nin Deutschland nicht mehr ausreichend in Bildung investiert, weil sich \ndas Kapital sein Menschenbedarf wo anders beschafft. MigrantInnen dienen\n auf verschiedenste Weise so als S\u00fcndenb\u00f6cke f\u00fcr gesellschaftliche \nProbleme. Der Zorn der Arbeiterklasse kanalisiert sich so von der \nherrschenden Klasse auf eine rassistisch definierte Minderheit. \nRassismus spaltet also Menschen, die eigentlich die gleichen Bed\u00fcrfnisse\n und Interessen haben, in verschiedene, sich feindlich gesinnte Lager.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Nat\u00fcrlich versuchen Menschen, sich aus dem vom Imperialismus \ngeschaffenem Elend der \u201eDritten Welt\u201c zu retten und machen sich auf den \nWeg in die westlichen Metropolen. Falls sie es bis hierhin schaffen, \nwerden sie in Lager gesperrt und durch den institutionellen Rassismus \nterrorisiert. Die Fl\u00fcchtlinge werden in eine Situation gedr\u00e4ngt, in der \nihnen weder die Almosen des Staates reichen noch legale \nZuverdienstm\u00f6glichkeiten bleiben. Praktisch in die Kriminalit\u00e4t \ngedr\u00e4ngt, werden sie so zu S\u00fcndenb\u00f6cken f\u00fcr alle m\u00f6glichen Probleme der \nMehrheitsgesellschaft. Medial aufgeheizt k\u00f6nnen NeofaschistInnen ihre \nTaten mit der Stimmung in der Bev\u00f6lkerung legitimieren. Dadurch glauben \nsie, dass sie im Interesse \u201eihres\u201c Volkes handeln. Diese Grundstimmung \nwurde von dem Rassismus der Mitte, auch durch etablierte Parteien, \ngeschaffen und institutionalisiert. Somit n\u00e4hren sie den Boden, auf dem \ndie FaschistInnen und RechtspopulistInnen gedeihen k\u00f6nnen. Rassismus ist\n schon lange kein Randph\u00e4nomen und somit wird der Kampf dagegen auch \nimmer&nbsp; elementarer, denn nur, wenn jede Form der Diskriminierung und \nKategorisierung der Menschen in Wertigkeit \u00fcberwunden wird, ist eine \nWelt frei von Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung m\u00f6glich. Aktive Solidarit\u00e4t \nmit den Betroffenen und das Benennen der Verh\u00e4ltnisse die den N\u00e4hrboden \nf\u00fcr Rassismus schaffen und wer davon profitiert sind daher notwendig.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Unterdr\u00fcckung durch Geschlecht und Sex<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Wir leben in einer Welt, die, durch Werbung, Kultur oder andere \nIdeologie-produzierende Gewerbe, ein bin\u00e4res Rollenbild von m\u00e4nnlich und\n weiblich produziert. Dabei ist das Bild von einem Mann, dass er \nVersorger, Besch\u00fctzer und Erzeuger sei. Frauen hingegen wird \nunterstellt, dass sie von Natur aus emotional, schwach und passiv seien.\n Diese Rollen-, Beziehungs- und Lebensentw\u00fcrfe werden in der Familie \noder dem sozialen Umfeld vorgelebt und in Filmen, B\u00fcchern und Magazinen \ndargestellt. Sie werden uns schon sehr fr\u00fch im Kindesalter \neingetrichtert, so lieben die meisten M\u00e4dchen pink und die Jungs spielen\n mit Autos und Waffen, nicht weil es angeboren und damit genetisch \nbedingt ist, sondern weil die Gesellschaft dies von ihnen erwartet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Ihre extremste Form nehmen diese Rollenbilder in Pornos und in der \nProstitution an. Es wird ein Frauenbild erzeugt, dass die Frau und ihre \nSexualit\u00e4t zu einer Ware degradiert, vor allem auch durch die Negation \nder weiblichen Sexualit\u00e4t. Rollenbilder sind aber nicht immer starr; so \nsoll eine Frau im Bett eine Hure und Geliebte sein und sonst eine Nonne \nund Mutter. Dieses widerspr\u00fcchliche Frauenbild spiegelt sich auch in der\n Vorstellung einiger Jungs wieder, die ihre sexuellen Erfahrungen \nsammeln und dann ein jungfr\u00e4uliches M\u00e4dchen zur Frau nehmen wollen. \nDiese Einstellung ist aber absolut abzulehnen, da es extrem \nfrauenfeindlich ist und die Frau als etwas zu Unterwerfendes \nkennzeichnet. Die Sexualit\u00e4t wird dabei als etwas Dreckiges empfunden, \ninsbesondere wird dadurch die weibliche Sexualit\u00e4t tabuisiert, obwohl \nsie gesellschaftlich aufs Perfideste ausgebeutet wird. Die Vielzahl und \nWiderspr\u00fcche der an eine Frau formulierten Anspr\u00fcche f\u00fchren auch dazu, \ndass diese es der (m\u00e4nnlichen) Gesellschaft quasi niemals Recht machen \nkann und auch so in Unterdr\u00fcckung gehalten wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Auch wenn in Deutschland die Frauen \u201epolitisch und gesetzlich\u201c m\u00fcndig\n sind, so sind sie aber gesellschaftlich immer noch unterdr\u00fcckt. Sie \nm\u00fcssen sich zum Gro\u00dfteil um den Haushalt oder die Kindererziehung \nk\u00fcmmern. Au\u00dferdem arbeiten sie vermehrt in prek\u00e4ren \nBesch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen und verdienen durchschnittlich etwa 25 % \nweniger.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Frauen werden durch ihr zugewiesenes Rollenbild immer mehr in \nunbezahlte gesellschaftliche Reproduktion gedr\u00e4ngt und so muss sich \nweder der Staat noch das Kapital darum k\u00fcmmern. Dadurch wird erm\u00f6glicht,\n gesamtgesellschaftlich der Arbeiterklasse weniger vom Mehrwert \nabzugeben und dies liegt dementsprechend im Interesse des Kapitalismus. \nDenn wenn sich Frauen u.a. um Kinder oder Alte k\u00fcmmern, dann muss die \nGesellschaft dies nicht finanzieren. Aber es gibt auch Gegentendenzen, \ndenn vermehrt sollen Frauen auch in der Produktion ausbeutbar gemacht \nwerden, deshalb werden bestimmte Sonderschutzgesetze und Ma\u00dfnahmen \ndurchgesetzt. Sie sollen so die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt erh\u00f6hen.\n Zusammenfassend sollen sie sich also um Kind und Reproduktion zu Hause \nkostenlos k\u00fcmmern, um dann in prek\u00e4ren Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen zu \narbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Erst durch die Aufhebung des Gegensatzes von Privatem und \n\u00d6ffentlichem, also der Aufhebung des Privateigentums und Aufhebung der \nTrennung von Reproduktion und Produktion und damit ihrer \ngesellschaftlichen Gestaltung, ist es m\u00f6glich die Frau aus ihrer \ndoppelten Unterdr\u00fcckung zu befreien. Dabei propagieren wir keine \nvollkommen staatlich organisierte Reproduktion, wie Kinderheime oder \n\u00e4hnliches. Wir treten daf\u00fcr ein, dass Menschen gleichberechtigt leben \nund die Kosten der Reproduktion vollkommen gesamtgesellschaftlich \ngetragen werden sollen. Dies wird im Kapitalismus nicht m\u00f6glich sein, \ndeshalb ist der Kampf um Befreiung der Frau eng mit dem Kampf um \nBefreiung vom Kapitalismus verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Homosexualit\u00e4t ist zwar kein absolutes gesellschaftliches Tabu mehr, \ndennoch ist die Gesellschaft oftmals noch weit von einem normalen Umgang\n mit homosexuellen Menschen entfernt. Religi\u00f6se Fanatiker und \nRechtskonservative begreifen Homosexualit\u00e4t nach wie vor als etwas \nTeuflisches oder Krankhaftes, das einer Austreibung oder Heilung bedarf.\n Homosexuellen schl\u00e4gt also noch immer Ablehnung oder gar Hass entgegen.\n Wir treten grunds\u00e4tzlich gegen die Kategorisierung und Bewertung von \nMenschen anhand ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung ein.\n Eine solche Spaltung von Menschen ist nicht im Interesse unseres \nKampfes und hindert die Menschen nur daran, ihre wahren Probleme zu \nl\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>III. Was tun<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\"><em>\u201eWer die Welt ver\u00e4ndern will, mu\u00df sie erkennen. Wer sich&nbsp;<\/em><em>befreien\n will, braucht Genossen. Wer Kraft entfalten will, mu\u00df sich \norganisieren. Wer ein freies, menschliches Leben erringen, die Zukunft \ngewinnen will, der mu\u00df k\u00e4mpfen!\u201c<\/em><br>\nErnesto \u201eChe\u201c Guevara<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">In den letzten Jahrzehnten hat sich die Arbeitswelt rasant \nentwickelt. Die wertschaffende Produktion ist l\u00e4ngst nicht mehr die \ndominierende Arbeit in Deutschland. Es hat sich ein riesiges Heer an \nDienstleistern gebildet. Moderne Arten der Arbeit versuchen gerade \nFreizeit und Arbeit so sehr zu verkoppeln, dass die Menschen ihre Arbeit\n st\u00e4ndig im Kopf haben, sich mit dem Konzern identifizieren und sich \ngern ausbeuten lassen. Die Arbeit wird immer mehr flexibilisiert, \nweshalb die Menschen oft ihr Sozialleben der Arbeit unterordnen m\u00fcssen. \nSchichtpl\u00e4ne \u00e4ndern sich w\u00f6chentlich, das Arbeitspensum t\u00e4glich. Aber \nauch die Intensit\u00e4t der Arbeit ist enorm gestiegen; so versucht das \nKapital jedes Zucken der Arbeitskraft auszupressen. Neben der \nIndividualisierung der Arbeitsvertr\u00e4ge gibt es auch eine Diskontinuit\u00e4t \nund Aufsplitterung von Besch\u00e4ftigungsverl\u00e4ufen. Diese Entwicklungen \nf\u00fchrten zu einer Fragmentierung der unteren Schichten. Konkret wurde mit\n dem Abbau der Industrie in den imperialistischen Zentren der Zerfall \nund die Vertiefung der inneren Spaltung der arbeitenden Klasse \nmanifestiert.&nbsp; Dies f\u00fchrte vielerorts zum R\u00fcckzug in die Privatsph\u00e4re. \nDas Gef\u00fchl des unaufhaltsamen Abstiegs, der Verlust ihrer kollektiven \nW\u00fcrde, ihr \u201eFallengelassenwerden\u201c von den linken Parteien und \nschlie\u00dflich ihr fast vollst\u00e4ndiges Verschwinden von der politischen \nB\u00fchne spiegelt die Lage der Arbeiterklasse in Deutschland wieder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Der Kapitalismus ist ein Wirtschaftssystem und kann demnach auch nur \nan seinen empfindlichen Achsen, der Mehrwertproduktion, real angegriffen\n werden. Demnach muss eine emanzipatorische und revolution\u00e4re Bewegung \nsich immer noch in der Arbeiterklasse verankern. Nicht irgendwelche \nKleink\u00fcnstlerInnen oder SoziologInnen sind die Motoren der Ver\u00e4nderung \nim Kapitalismus. Sie k\u00f6nnen an Bewegungen teilnehmen, aber Bewegungen \nk\u00f6nnen nur Erfolg haben, wenn sie die Produktion erheblich sabotieren \noder still legen k\u00f6nnen. Dies kann trotz der desolaten Lage nur die \nArbeiterklasse, da sie das Zentrum und den Lebensnerv des Kapitalismus \ndurch die Mehrwertproduktion darstellt. Sie bringt in ihrer historischen\n Rolle die \u00f6konomischen und politischen Interessen der \u00fcberwiegenden \nMehrheit der Werkt\u00e4tigen unter dem Kapitalismus zum Ausdruck, da ihr \neinziges Interesse ist, sich und damit alle Klassen, aufzuheben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Uns ist aber auch klar, dass die Werkt\u00e4tigen nicht alleine solch eine\n Bewegung aufbauen k\u00f6nnen, sie ben\u00f6tigen auch andere Klassen und \nSchichten als Verb\u00fcndete. So m\u00fcssen KommunistInnen auch auf jegliche \nsozialen, politischen und kulturellen Bewegungen Einfluss nehmen, die \nInteressen der Werkt\u00e4tigen vertreten und sie schlie\u00dflich zu einer \nrevolution\u00e4ren Bewegung b\u00fcndeln. Auch wenn die kommunistische Bewegung \naktuell eher aus AkademikerInnen und Wohlstandslinken besteht, so k\u00f6nnen\n wir unsere Aufgaben nur erf\u00fcllen, wenn wir Einfluss auf die \nArbeiterklasse und Unterschichten entwickeln.&nbsp; Jenseits von \nArbeiterfetisch und romantischen Vorstellungen von der Arbeiterklasse \nist uns klar, dass besonders unsere Klasse vom Kapitalismus verblendet \nist. Unsere Aufgabe besteht aktuell darin, ein Klassenbewusstsein und \nauch Klassensolidarit\u00e4t zu wecken. Auch wenn diese Arbeit linken \nBefindlichkeiten widerspricht, ist sie doch der einzige Weg aus der \nlinken Szene auszubrechen und eine wirkliche gesellschaftliche Bewegung \nzu entflammen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Die deutsche Kapitalistenklasse hat aus den bisherigen Klassenk\u00e4mpfen\n seine Lehren gezogen und setzt vermehrt auf Individualisierung, \nIntegration und Ausbau eines Sicherheitsstaates. So sind u.a. die \nklassischen Arbeiterviertel in Hamburg fast zerschlagen. Der \nKapitalismus und seine Begleiterscheinungen wirken sich jeden Tag ganz \nkonkret auf unser Leben hier in unseren Stadtteilen aus. Verdr\u00e4ngung \ndurch steigende Mieten zur Profitmaximierung und die rassistischen \nAngriffe des Staates auf diejenigen Menschen, welche vor Kriegen und \nArmut hierher fliehen konnten, sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. \nDer Widerstand gegen Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung beginnt daher auch \nbereits hier. Gerade im eigenen Stadtteil gilt es, die Isolation und \nKonkurrenz in die uns der Kapitalismus treibt zu durchbrechen, denn so \noft sind die Menschen in unserer unmittelbaren Umgebung bewusst oder \nunbewusst mit denselben Problemen konfrontiert wie wir selber. Durch \nhohe Mieten werden immer mehr von uns aus ihren Wohnvierteln verdr\u00e4ngt, \num Platz f\u00fcr reichere Menschen zu schaffen. Prestigeprojekte und \nReichenspielpl\u00e4tze wie Elbphilharmonie und Hafencity sind im \nKapitalismus wichtiger als die Bed\u00fcrfnisse und Interessen der Mehrheit \nder Menschen. Gerade den lokalen Aggressionen des Kapitalismus l\u00e4sst \nsich jedoch ein vielf\u00e4ltiger und effektiver Widerstand entgegensetzen. \nWir kennen unsere Stra\u00dfen und wir wissen, wer die T\u00e4ter und die \nProfiteure der kapitalistischen Stadtentwicklung sind. Eine solidarische\n und k\u00e4mpferische Nachbarschaft hilft nicht nur im Alltag, sondern legt \nauch den Grundstein f\u00fcr weiteren Widerstand gegen den Kapitalismus. \nZudem bietet sie einen Schutz und Hilfe f\u00fcr die Geflohenen in dieser \nStadt und macht deutlich, dass wir uns nicht spalten lassen und genau \nwissen wer f\u00fcr die \u00dcbel in unserer Stadt verantwortlich ist und wer \nnicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Das System wirkt unter anderem durch die Gewerkschaften und ihre \nSozialpartnerschaften systemintegrierend. K\u00e4mpfe werden nur zum Schein \ngef\u00fchrt, um die Basis zu beruhigen. Die Bosse der Gewerkschaften \narbeiten direkt bei der Ausarbeitung von Verschlechterungen wie Harz 4 \nmit, sie sind schon lange mit wehenden Fahnen zum Klassenfeind \n\u00fcbergelaufen. Doch dies gilt nicht unbedingt f\u00fcr die Basis. Wir m\u00fcssen \n\u00fcberall dort wirken, wo wir Menschen erreichen k\u00f6nnen und ihnen \naufzeigen, dass ihre Interessen dem Kapital entgegengesetzt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Die \u201eunsichtbare Hand\u201c des Marktes findet ihre ideologische \nErweiterung und institutionelle Erg\u00e4nzung in der \u201eeisernen Faust\u201c des \n\u00dcberwachungs- und Strafrechtsstaates.&nbsp; So wird versucht, die soziale \nUnsicherheit, die von den Turbulenzen der \u00f6konomischen Deregulierung und\n dem Umbau des Sozialstaates geschaffen wurde, durch \u00dcberwachung und \nBestrafung zu kontrollieren. Konkret werden die Befugnisse der Polizei, \nder Geheimdienste und der Gerichte ausgebaut und ihre Erweiterungen, wie\n private Sicherheitsfirmen, nehmen zu. Der Abbau der staatlichen \nKontrolle in der Wirtschaft durch den \u201eNeoliberalismus\u201c ist mit der \nEntfesselung eines \u00dcberwachungs- und Sicherheitsstaates zu verstehen, \nwelcher die am st\u00e4rksten benachteiligten Gruppen kontrollieren soll. Die\n Abschaffung des Sozialstaates vor dem Hintergrund der Deregulierung des\n Marktes macht grade einen Ausbau der Sicherheitsarchitektur zur \nNotwendigkeit. Nicht umsonst haben etwa SachbearbeiterInnen beim \nArbeitsamt einen Panikknopf, wie es ihn in Bankfilialen gibt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bau auf, bau auf\u2026<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Im Kapitalismus haben sich aus der Geschichte und den Bed\u00fcrfnissen \ndes Kapitals auf der Welt verschiedene Herrschaftsformen entwickelt. \nManche setzen auf Gewalt, manche auf Faschismus und andere Diktaturen \noder auf Betrug und Verschleierung in Form der b\u00fcrgerlich-demokratischen\n Republik. Dabei ist der Betrug durch den Reformismus \u2013 die \n\u201efreiwillige\u201c Integration der arbeitenden Klasse in den kapitalistischen\n Staat, die \u201efreiwillige\u201c Unterordnung \u2013 die aktuell \nerfolgversprechendere Variante. Durch Reformen und Anpassungen lassen \nsich negative Erscheinungen wie Kriminalit\u00e4t und Armut zwar immer wieder\n eind\u00e4mmen, ver\u00e4ndern und verlagern, aber das sie verursachende \nGrundproblem wird dadurch nicht bek\u00e4mpft: Der Kapitalismus. Denn der \nKapitalismus ist durch seine \u00f6konomischen Gesetze nicht f\u00e4hig, die \nMehrheit der Menschen dauerhaft am gesellschaftlichen Reichtum teilhaben\n zu lassen. Ob sie sich Gr\u00fcne, Linkspartei, Piraten, AFD, CDU oder SPD \nnennen, eins eint b\u00fcrgerliche Parteien, ihre Politik ist \nsystemerhaltend. Sie machen den Kapitalismus etwas angepasster an die \naktuellen Gegebenheiten und damit \u00fcberlebensf\u00e4higer. Sozialer Protest \nwird in kapitalistische Bahnen gelenkt.&nbsp; Den Menschen&nbsp; wird suggeriert, \ndass es keine Alternative zum Kapitalismus gibt. Gerade hier muss eine \nrevolution\u00e4re Praxis ansetzen. Wir d\u00fcrfen die Menschen nicht auf den Tag\n der Machtergreifung tr\u00f6sten, sondern m\u00fcssen auch f\u00fcr Verbesserungen im \nKapitalismus k\u00e4mpfen. In diesen K\u00e4mpfen m\u00fcssen wir aber auch aufzeigen, \ndass die Wurzel des \u00dcbels das ganze System ist. Unsere praktischen \nK\u00e4mpfe haben nicht die Symptombek\u00e4mpfung zum Ziel, sondern in den \nK\u00e4mpfen um die konkreten Bed\u00fcrfnisse der Klasse k\u00f6nnen wir Hegemonie \nerk\u00e4mpfen. Au\u00dferdem k\u00f6nnen wir den Menschen aufzeigen, dass es zum \nKapitalismus eine Alternative gibt und sie nicht einfach irgendwelche \nSchachfiguren sind, sondern durch konkrete Kampfformen Einfluss auf die \nEntwicklung der Geschichte haben.&nbsp; Diese Alternative hei\u00dft Sozialismus. \nEs ist eine \u00dcbergangsperiode, die noch mit den Muttermalen des \nKapitalismus behaftet ist. In ihm gibt es noch einen Staatsapparat. Im \nUnterschied zum Kapitalismus stellt er einen Staat der Arbeiterklasse \ndar, dieser repr\u00e4sentiert im Unterschied zu heute die Mehrheit. Dieser \nStaat ist notwendig, da die Errungenschaften der Revolution, wie die \nGeschichte beweist, gegen die Reaktion verteidigt werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Durch die ungleiche Entwicklung der verschiedenen Nationen, werden \neinige mutige VorreiterInnen die Revolution schon fr\u00fcher durchf\u00fchren und\n mit dem Aufbau des Sozialismus beginnen. Demnach wird es im Sozialismus\n noch Formen von nationalstaatlicher Organisierung geben. Die Produktion\n und Reproduktion wird gesamtgesellschaftlich organisiert, so dass die \nMenschen im Mittelpunkt der Wirtschaft stehen und zum ersten Mal in der \nGeschichte ihr Los in die eigene H\u00e4nde nehmen. Wenn sich der Sozialismus\n weltweit durchgesetzt hat, besteht die M\u00f6glichkeit eine klassenlose \nGesellschaft zu errichten, wo vollkommene Freiheit herrscht und die \nKnechtschaft des Menschen durch den Menschen aufgehoben wird. So wird \ndas Konstrukt von Staat und Nation erst nach der Errichtung des \nSozialismus und im \u00dcbergang zum Kommunismus nach und nach absterben. Uns\n ist klar, dass diese Umw\u00e4lzungen noch Zukunftsmusik sind. Doch m\u00fcssen \nwir jetzt schon die Melodie dieser Strategie kennen, um unseren Takt im \nKlassenkampf durchzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u2026 f\u00fcr einen revolution\u00e4ren Aufbauprozess!<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Auch wenn die ersten Versuche einer sozialistischen Gesellschaft \ngescheitert sind, so zeigt es uns nur, dass die Geschichte nicht linear \nist, sondern sich durch Siege und Niederlagen entwickelt. Es hat \nJahrhunderte gedauert bis sich der Kapitalismus durchgesetzt hat. Wir \nm\u00fcssen aus den Fehlern der bisherigen Versuche lernen und die n\u00e4chsten \nAngriffe besser organisieren. In einer Zeit der Niederlage der radikalen\n Linken in Deutschland m\u00fcssen wir uns neu ordnen, hierbei muss uns klar \nwerden, in welchem Stadium der Bewegung wir uns befinden und welche \nkonkreten Schritte folgen m\u00fcssen. Dabei d\u00fcrfen wir jedoch auch nicht \nvergessen, dass die Geschichte der KommunistInnen auch immer wieder \ngro\u00dfe Erfolge und Fortschritte schrieb, die uns als Inspiration und \nWegweiser f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Schritte dienen k\u00f6nnen. Unsere Schritte \nm\u00fcssen den Weg weiter gehen, den etwa die ehemalige Kommunistische \nPartei Deutschlands (KPD) und die Sowjetunion bereits eingeschlagen \nhaben. In Deutschland gibt es aktuell keine revolution\u00e4re, bundesweit \nagierende Organisation. In verschiedenen St\u00e4dten gibt es Gruppen, die \nkontinuierlich kommunistische Arbeit leisten. In Hamburg ist somit der \nn\u00e4chste Schritt, dass wir Gruppenstrukturen aufbauen, die im Stadtteil, \nBetrieb, Verein, Schule oder Uni eine Kleinarbeit entwickeln. Hierbei \nm\u00fcssen wir die Interessen unserer Klasse am konsequentesten vertreten \nund aufzeigen, dass wir es ernst meinen mit der Revolution. Politik ist \nf\u00fcr uns kein Hobby oder Zeitabschnitt w\u00e4hrend des Studiums. Es ist ein \nelementares Bed\u00fcrfnis der Ver\u00e4nderung dieses Systems und tiefste \nSehnsucht nach einer Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung. Wir\n m\u00fcssen den Menschen vermitteln, dass sie uns vertrauen k\u00f6nnen. Wir \nwollen hierbei keine Stellvertreterpolitik propagieren, sondern mit den \nMenschen gemeinsam die Zukunft erk\u00e4mpfen. Dabei propagieren wir kein \nunerreichbares Ideal des neuen Menschen im Hier und Jetzt; uns ist klar,\n dass die Menschen mit vielen Fehlern und Problemen dieser Gesellschaft \nbehaftet sind. Unser Politikansatz st\u00f6\u00dft diese Menschen nicht vor den \nKopf, sondern nimmt sie mit auf eine revolution\u00e4re Reise. In diesem \nEntwicklungsprozess ist es unsere Aufgabe, ihnen den wissenschaftlichen \nSozialismus n\u00e4her zu bringen und durch konkrete Arbeit eine Alternative \nzu dem Hier und Jetzt zu bieten. Es ist wichtig in der Sprache der \nMenschen zu sprechen und die akademischen Diskussionen nicht allzu \nabstrakt werden zu lassen. So m\u00fcssen wir uns immer Gedanken machen, ob \nunsere Kritik verst\u00e4ndlich und unsere Praxis der Klasse vermittelbar \nist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Der Individualisierung und dem stetigen Konkurrenzkampf m\u00fcssen wir \nein Kollektiv entgegensetzen, welches hilft, die Bed\u00fcrfnisse des \nEinzelnen besser zu befriedigen ohne dabei auf eine identit\u00e4tsstiftende \nPolitik zur\u00fcck zu fallen, in der die Gruppe mehr als Inhalte z\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Der n\u00e4chste Schritt ist die Erlangung der Hegemonie in Kultur, \nWissenschaft, Betrieb und auf der Stra\u00dfe. Dies klingt etwas \ngr\u00f6\u00dfenwahnsinnig, aber wenn wir erst mal anfangen kontinuierlich St\u00fcck \nf\u00fcr St\u00fcck mehr Relevanz in der Gesellschaft zu entwickeln, dann ist dies\n gerade der Kampf um Hegemonie. Erst wenn unsere Gruppe eine relevante \nArbeit in Hamburg entwickelt hat, kann man sich \u00fcber eine bundesweite \nVernetzung mit anderen revolution\u00e4ren Gruppen zusammen setzen, welche \nzum Ziel hat, eine bundesweite Organisation zu gr\u00fcnden, die statt eines \nPapiertigers ein Totengr\u00e4ber dieser Gesellschaft sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Wir wollen uns mit den jetzigen Gegebenheiten nicht zufrieden geben. \nEine Gesellschaft, die auf Konkurrenz als alles regelnden Mechanismus \nsetzt, in der gesellschaftlicher Reichtum in einigen wenigen \nBrieftaschen konzentriert ist und die nur auf Profitmaximierung beruht, \nkann unsere Bed\u00fcrfnisse dauerhaft nicht stillen. Nur wer der Profitlogik\n n\u00fctzt, ist in ihr willkommen, alle anderen sind menschlicher Abfall.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Ihre Antworten auf die Probleme dieser Gesellschaft reichen schon \nlange nicht mehr. Sie retten sich und st\u00fcrzen die Mehrheit ins Elend. \nWir werden uns damit aber niemals abfinden und rufen alle Menschen dazu \nauf, aktiv zu werden und einen gemeinsamen Widerstand dem \nkapitalistischen System entgegenzusetzen. Unsere Antwort auf ihre \nProbleme hei\u00dft sich zu organisieren, gemeinsam Widerstand zu leisten und\n geschlossen Klassenk\u00e4mpfe zu entfalten!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\"><em>Die KapitalistInnen dieser Erde haben sich schon l\u00e4ngst&nbsp;<\/em><em>vereinigt und erkl\u00e4ren den armen Unterdr\u00fcckten jeden Tag &nbsp;<\/em><em>den Klassenkrieg, es wird Zeit zur\u00fcck zu schlagen!<\/em><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Roter Aufbau Hamburg 2015<\/strong><\/h4>\n\n\n<p><!--EndFragment--><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir, der Rote Aufbau , haben uns zum Ziel gesetzt, linke revolution\u00e4re Politik einer breiteren Masse zug\u00e4nglich zu machen. 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