{"id":504,"date":"2019-11-28T20:47:06","date_gmt":"2019-11-28T19:47:06","guid":{"rendered":"http:\/\/roter-aufbau.de\/?p=504"},"modified":"2020-02-14T20:48:09","modified_gmt":"2020-02-14T19:48:09","slug":"fridays-for-future-12-uhr-roedingsmarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/roter-aufbau.de\/?p=504","title":{"rendered":"+++ Fridays for Future +++ 12 Uhr +++ R\u00f6dingsmarkt +++"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Seit Monaten gehen nun schon vorwiegend junge Menschen weltweit zu zigtausenden auf die Stra\u00dfe, um gegen Raubbau an der Natur zu demonstrieren. Geeint durch das Bewusstsein, dass irgendetwas am Umgang von Regierungen, Unternehmen und Individuen mit Klima und Natur nicht stimmt, kommen Jugendliche und Erwachsene der verschiedensten politischen&nbsp;Str\u00f6mungen zusammen. Viele von ihnen sind erst durch die Proteste politisiert worden, dementsprechend breit gef\u00e4chert sind die Forderungen. Teile der Bewegung verlangen allem voran die Anpassung individueller Konsumentscheidungen, w\u00e4hrend andere versuchen die Thematik in einen gr\u00f6\u00dferen Kontext einzubetten und zunehmend weitreichende Forderungen zu formulieren. Meist bewegen sich diese \u00dcberlegungen im Rahmen der bestehenden gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse, die Suche nach einem \u00f6kologischeren Kapitalismus dominiert die Debatte. Doch die Stimmen, die nach grunds\u00e4tzlichen Alternativen fragen, werden lauter: Stimmen, die hinterfragen wie \u201egr\u00fcn\u201c der Kapitalismus \u00fcberhaupt sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Widerspr\u00fcchlichkeiten eines \u201e\u00f6kologischen Kapitalismus\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte der Kapitalismus \u00f6kologischer agieren als er dies heute tut. Zweifelsohne gibt es die M\u00f6glichkeit umweltfreundlicher zu wirtschaften, Unternehmen hier und da auf die Finger zu klopfen und zeitgleich mit neuen Technologien neue M\u00e4rkte zu schaffen, auf denen wiederum profitorientiert gewirtschaftet werden kann. Und genau da bei\u00dft sich die Katze in den Schwanz: Der Kapitalismus braucht Profit. Er braucht unbegrenztes Wachstum, Ausdehnung, Expansion, wie auch immer man es nennen mag. Kurzum: Er braucht Unmengen an Ressourcen, um wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben. Neue Produktionsmechanismen, so \u00f6kologisch sie auch sein m\u00f6gen, \u00e4ndern daran wenig. Effizientere Produktion bedeutet meist effizienteren Raubbau an der Natur. Nochmal, wir bestreiten nicht: Es gibt auch im Rahmen des Kapitalismus die M\u00f6glichkeit schonender mit der Natur umzugehen als heute. Ja. Reformen in dieser Hinsicht zu erk\u00e4mpfen ist begr\u00fc\u00dfenswert. Trotzdem ist ein gr\u00fcner Kapitalismus ein Luftschloss, ein Fantasiegebilde was aus seiner eigenen Logik heraus unm\u00f6glich ist. Der Kapitalismus braucht Produktion weit \u00fcber dem was der Mensch verbraucht, er ist nicht bed\u00fcrfnis-, sondern profitorientiert. Je geringer die L\u00f6hne und je schlechter der Umweltschutz, desto gr\u00f6\u00dfer sind die Gewinne. Die Profitlogik ist seine Grundlage, an der keine leere Forderung poli- tischer Funktionstr\u00e4ger nach Umweltschutz etwas \u00e4ndert. Kein Kapita- lismus ohne \u00f6kologische Krise!<\/p>\n\n\n\n<p>Alternativen suchen<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich sind diese Schilderungen stark heruntergebrochen und vereinfacht, was sie aber nicht weniger richtig macht. Sie zeigen eines: Es muss nach grundlegenden Alternativen gesucht werden, die tiefer liegen m\u00fcssen, als eine Reformierung dieses Systems. Sie m\u00fcssen in einem System liegen, das, aus seiner eigenen Logik heraus, \u00fcberhaupt die M\u00f6glichkeit hat wirklich R\u00fccksicht auf die Natur zu nehmen. Dessen Produktion an den Bed\u00fcrfnissen von Mensch und Natur im Allgemeinen orientiert ist und nicht am r\u00fccksichtslosen Profitstreben eines kleinen Bev\u00f6lkerungsteils. Unsere Perspektive liegt in der klassenlosen solidarischen Gesellschaft! Wir sind keine Tr\u00e4umer. Uns ist klar, dass eine Revolution nicht mit einem Schlag all unsere Probleme und die Klimakrise beseitigen w\u00fcrde. Zum einen, weil aus heutiger Sicht nicht abzusehen ist, wie weit sich die fortschreitende Zerst\u00f6rung unserer Umwelt \u00fcberhaupt noch eind\u00e4mmen oder aufhalten l\u00e4sst. Zum anderen, weil eine Revolution und ver\u00e4nderte Produktionsverh\u00e4ltnisse lediglich die Voraussetzungen schaffen, unter denen eine umweltfreundlichere Produktionsweise erwachsen kann. Sie tut dies nicht automatisch. Die umweltzerst\u00f6rerische Konsumgesellschaft der heutigen Zeit darf in einer neuen Gesellschaft keine Fortsetzung finden. Machen wir uns das nicht deutlich, w\u00fcrde sich f\u00fcr unsere Umwelt mit einer Revolution wenig \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>Was k\u00f6nnen wir tun?<\/p>\n\n\n\n<p>Was l\u00e4sst sich tun? Im Rahmen der Proteste ist die Rede oft davon, dass jeder Einzelne von uns bewusstere Konsumentscheidungen treffen sollte. Es macht Sinn sich zu \u00fcberlegen, ob der Weg zum B\u00e4cker 3x t\u00e4glich im Gel\u00e4ndewagen bestritten werden muss. Doch wenn wir grunds\u00e4tzlich etwas \u00e4ndern wollen, m\u00fcssen wir ma\u00dfgeblich tiefer ansetzen und an den Grundfesten dieses Systems r\u00fctteln. Eines Systems, das auf der Ausbeutung von Mensch und Natur aufbaut. Wir m\u00fcssen uns vernetzen, organisieren und den Protesten eine antikapitalistische Perspektive bieten. Wir m\u00fcssen aufkl\u00e4ren, miteinander reden und gemeinsam auf die Stra\u00dfe gehen. Wir m\u00fcssen ein solidarisches Verh\u00e4ltnis mit den verschiedenen Beteiligten der Proteste entwickeln, mit ihnen \u00fcber unsere Perspektive diskutieren und sie ihnen \u2013 ohne erhobenen Zeigefinger \u2013 versuchen zu vermitteln. Auch hier gilt: Wir haben nur uns und unsere Solidarit\u00e4t, nutzen wir sie! Wir sind keine Bittsteller an den Staat, wir wollen wirkliche Ver\u00e4nde- rung. Die Dimension der sich versch\u00e4rfenden Klimakrise und ihrer sozialen Folgen ist global. Auch die L\u00f6sung muss es sein. Der Blick \u00fcber den Tellerrand und internationale Vernetzung sowie die Verkn\u00fcpfung von Protestbewegungen sind wichtige Schl\u00fcssel hierzu.<\/p>\n\n\n\n<p>ALSO: FREITAG RAUS AUF DIE STRASSE! F\u00dcR DIE SOZIALE UND \u00d6KOLOGISCHE REVOLUTION!\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Monaten gehen nun schon vorwiegend junge Menschen weltweit zu zigtausenden auf die Stra\u00dfe, um gegen Raubbau an der Natur zu demonstrieren. 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