Bericht 1. Mai 2019

+++ Bericht 1. Mai 2019 +++ Fotos +++
Gemeinsam gegen Ausbeutung – In die revolutionäre Offensive!
Es war die bisher größte revolutionäre 1. Mai Demonstration in Hamburg. Mit bis zu 3500 Menschen zogen wir von der S-Sternschanze in die Lenz-Siedlung. Die Route war dabei für uns ziemlich symbolisch. Vor drei Jahren wollten wir schon in einer der wenigen Plattenbausiedlungen des Hamburger Westens ziehen, doch damals griff uns die Polizei an und löste mit Wasserwerfereinsatz, Pfefferspray und Schlagstöcken den Aufmarsch auf. Dieses Jahr haben wir bewusst kleine Straßen durch Hamburg-Eimsbüttel gewählt, um die Anwohner direkt zu erreichen und der Polizei auch die Möglichkeit zu nehmen, alles direkt aufzufahren. Wir finden es wichtig, am 1. Mai durch Wohnviertel zu ziehen und zu versuchen direkt Menschen unserer Klasse zu erreichen. Symbolisch war es auch, dass wir raus aus dem Szeneviertel hin zu Wohnblocks zogen, denn es ist die Richtung, die eine linke Bewegung nehmen muss. Wenn wir gesellschaftliche Relevanz erreichen wollen, dann müssen wir soziale Themen besetzen, die auch die Fähigkeit haben gesellschaftlich große Teile der Bevölkerung zu erreichen. Unsere Inhalte waren dieses Jahr vor allem Arbeitszeitverkürzung (4-Stunden-Tag) und Mietenkampf, beides wichtige Themen unserer Klasse. Denn die Einen arbeiten bis zum umfallen und die Andere werden aus dem Produktionsprozess geworfen und somit an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Auch die Entwicklung der Miete in Hamburg zeigt auf, dass der Kapitalismus nicht im Interesse der Menschen handelt, sondern nur der Profitmaximierung dient. Für uns ist der revolutionäre 1.Mai auch ein Tag, in dem wir die Grenzen dieses Systems aufzeigen wollen. Der 1. Mai hat aber auch einen internationalistischen Charakter und von verschiedene Kämpfe in der Welt können wir noch einiges lernen, müssen an ihnen auch anknüpfen. Der Frontblock und viele weitere Menschen hatten Gelbwesten aus Solidarität mit den Kämpfen in Frankreich an und auch Venezuela war immer wieder ein Thema.
Viele von uns haben sich auch schon an der Demonstration „Rotes Altona – Auf zu neuen Kämpfen“ von unseren GenossInnen der Antifa Altona Ost beteiligt, diese zog vom Alma-Wartenberg-Platz zu unserem Auftakt S-Sternschanze. Nach einer kleinen Umbauphase ging es nicht ganz Nahtlos von dort Richtung Westen, da wir die Demo einmal wenden und sich der neue Frontblock formieren musste. Dies müssen wir im nächsten Jahr besser absprechen. Die GenossInnen haben dann einen Jugendblock in der Mitte des Demozuges organsiert. Wir bedanken uns bei ihnen, beim EA, den Demosanis und auch bei allen weiteren Menschen, die sich eingebracht haben oder einfach mit uns gemeinsam auf der Straße waren.
Bei der Einsatzleitung und auch den Polizisten vor Ort bedanken wir uns nicht. Die Hamburger Polizei hat mal wieder alles aufgefahren, was sie zur Verfügung hat. 1700 Polizisten, die Reiterstaffel, einen Hubschrauber, mehrere Wasserwerfe, Räumpanzert und Hunde. Dies ist kein Versammlungsrecht mehr, wenn wir großräumig von einem riesen Aufgebot der Polizei domestiziert durch Hamburg ziehen, mit Versammlungsfreiheit hat dies schon gar nichts mehr zu tun. Auch hat die Polizei rechtswidrig mit einem Kamarawagen in die Demonstration gefilmt. Mehrmals hat sie wegen einzelnen Pyros den Aufzug aufgestoppt und aufgezeigt, dass sie an diesem Tag zu vielem bereit war und auch Lust an einer Eskalation hatte. Der Organisiationsgrad der Demonstration ist noch zu gering, um diese Form der Auseinandersetzung führen zu können, so haben wir bewusst uns nicht provozieren lassen. Wir werden genau hieran im nächsten Jahr arbeiten, fühlt euch also angesprochen und bringt euch ein. Diese Demonstration kann nur wachsen, wenn sich mehr Menschen und Gruppen daran beteiligen. Wir hatten vieles vor, einiges hat funktioniert und an anderen Aktionen müssen wir mehr arbeiten.
Auf zu neuen Kämpfen!
In die revolutionäre Offensive!
Fotos sind von Taro Tatura Photography

 

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