1.Mai Aufruf 2021


Wir befinden uns seit über einem Jahr in einer weltweiten Pandemie. Während in einigen Ländern wieder ein einigermaßen „normales“ Leben läuft, scheint die deutsche Bundesregierung total versagt zu haben. Die Maßnahmen sind für viele Menschen rational nicht mehr zu erklären: Das ewige Maßnahmen-Hin-und-Her allein zugunsten der Wirtschaft und somit des Standortes Deutschland, hat nun fast hunderttausend Menschenleben gekostet.

Während die Profite der Pharmakonzerne explodieren, werden wir in einen sinnlosen Freizeitlockdown geschickt. Es wird über Ausgangssperren diskutiert, wobei Busse und Bahnen im Berufsverkehr noch immer überfüllt sind. Ein konsequenter Lockdown würde die Infektionszahlen spürbar senken, aber auch die Wirtschaft und damit die Kapitalisten*innen treffen. Daher folgt das Handeln der Bundesregierung vor allem der Logik des kapitalistischen Systems, welches eben nicht uns Menschen dient, sondern grundsätzlich so aufgebaut ist, dass es lediglich die Reichen sind, die hohe Profite machen, was bei der aktuellen Krise nur noch deutlicher wird.

 

Während viele Menschen in der Pandemie ihre Jobs verloren haben und von Hartz 4 leben müssen, geht es den Bonzen im Vergleich super und sie wissen gar nicht wohin mit dem ganzen Geld. Die Bessergestellten schützen sich durch Homeoffice, was sich in großzügigen Lofts auch schön aushalten lässt. Wir aber sollen arbeiten gehen – ohne jegliche Schutzmaßnahmen jenseits der Mund-Nasen-Bedeckung und ein bisschen Desinfektionsmittel – und nach der Schicht fällt uns die Decke auf den Kopf. Alleinerziehende und ärmere Familien sind besonders hart betroffen. In der Pandemie hat die häusliche Gewalt deutlich zugenommen, die Frauenhäuser und andere Schutzangebote sind überfüllt. Es wird deutlich: Wir sitzen nicht im selben Boot!

 

Die Gründe gegen dieses System auf die Straße zu gehen, sind deshalb im vergangenen Jahr nicht weniger geworden. Während Nazis strukturell und finanziell geschützt und aufgebaut werden, wird Antifaschismus mit allen Mitteln bekämpft. Es sitzen wieder Antifaschist*innen im Knast und die radikale Linke wird mit Strafverfahren übersäht. Bullen kuscheln öffentlich mit Verschwörungstheoretiker*innen und zeigen offen ihre Zuneigung. Bei den sogenannten „Querdenken“-Aktionen sieht man immer wieder, wie sie auf uns Linke einprügeln, um Coronaleugner*innen die sich nicht an Hygienekonzepte halten oder Faschist*innen zu schützen! Die Meldungen über rechte Netzwerke in Sicherheitsorganen sind mittlerweile Normalität. Rechte Terrorakte werden medial immer nur von verwirrtem Einzeltäter*innen dargestellt und die Tat heruntergespielt. Uns muss klar werden, dass dieser Staat im Kampf gegen Faschismus und Rassismus nicht auf unserer Seite steht.

 

Wenn wir beim Klassenfest oder am 1. Mai auf die Straße gehen, dann bitten wir nicht um Almosen bei den Reichen. Wir fordern den Staat nicht auf zu handeln. Vielmehr müssen wir darauf aufmerksam machen, dass die meisten unserer Probleme eben gar nicht so individuell sind, sondern viele von uns ein schlechtes Leben haben, weil wir in dieser Gesellschaft die Besitzlosen sind. Wenn wir Geknechteten einmal erkennen, dass wir viele sind, dann werden wir handlungsfähig und können unser Interesse gegen die der Bonzen durchsetzen. Wir wollen nicht mehr einstecken! Tun wir uns zusammen und machen Welle für eine Zukunft ohne Krisen und Kapitalist*innen!

 

Die reichen Profiteure sollen die Krise bezahlen – Vermögenssteuer jetzt!

Mieten runter – Löhne rauf: Wir gegen Sie!

 

1.Mai 18 Uhr Hauptbahnhof

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